Zwischen Tofu und Cà Phê Phin: Hoi An mit allen Sinnen erleben

Das Four Seasons Resort The Nam Hai bietet mit „An Insider Journey Through Hoi An’s Craft and Cuisine“ eine Reise durch das ländliche Vietnam. Reisfelder, offene Küchen und Kunsthandwerksgalerien machen sichtbar, wie Tradition hier noch jeden Tag gelebt wird. Da darf eine Kostprobe der Fischsauce Nước Mắm natürlich nicht fehlen.

Von Alexander Pfeffer

Hoi An liegt dort, wo Vietnam am schmalsten ist, wo Flüsse, Meer und Reisfelder ineinanderfließen und die Landschaft ein Gefühl von zeitloser Ruhe vermittelt. Rund 30 Kilometer südlich von Đà Nẵng mündet der Thu‑Bồn‑Fluss ins Südchinesische Meer. Seit Jahrhunderten ist die Stadt ein Knotenpunkt des Handels: Chinesische, japanische und europäische Kaufleute ließen sich hier nieder, errichteten Häuser, Tempel und Versammlungshallen. Noch heute erzählen die ockerfarbenen Fassaden der Altstadt von dieser Geschichte, die eng mit Ankunft, Austausch und Wandel verbunden ist. Die Altstadt gehört seit 1999 zum UNESCO‑Welterbe - ein Labyrinth aus schmalen Gassen, Laternen, Cafés und kleinen Werkstätten. Hier scheinen Schrittgeräusche auf Kopfsteinpflaster, das Licht der aufgehenden Sonne und der Duft von frisch gebrühtem Kaffee die Zeit langsamer vergehen zu lassen.

Doch Hoi An endet nicht an den Stadttoren. Hinter der Postkartenidylle entfaltet sich das ländliche Herz der Region: Reisfelder leuchten im Morgenlicht, Wasserbüffel ziehen bedächtig ihre Bahnen, und kleine Werkstätten öffnen ihre Türen inmitten der Felder. Hier wird gefischt, gewebt, geschnitzt und fermentiert - Handwerk und Kulinarik sind gelebter Alltag, nicht Ausstellungsstücke. Genau an diesem Ort beginnt eine bewusst entschleunigte Reise, die vom Four Seasons Resort The Nam Hai ausgeht. Sie ist keine Alternative zur Altstadt, sondern eine Vertiefung: „An Insider Journey Through Hoi An’s Craft and Cuisine“ führt zu Menschen und Orten, deren Geschichten den wahren Kern der Region offenbaren.

Der Morgen beginnt im Heart of the Earth Spa, wo traditionelle vietnamesische Bodywork-Techniken Körper und Geist auf einen langsameren Rhythmus vorbereiten. Die Hände der Therapeuten folgen jahrhundertealten Prinzipien, die Atmung, Druckpunkte und Bewegungen verbinden. In dieser stillen Stunde verschmilzt der Körper mit der Umgebung: das leise Plätschern von Wasserläufen, das Summen von Insekten über den Reisfeldern, die warme, feuchte Luft am frühen Tag. Wer hier zur Ruhe kommt, erlebt die folgenden Begegnungen mit wacher Aufmerksamkeit.

Der Übergang vom Spa in die ländliche Küche ist fließend. In einer privaten Küche, umgeben von sattgrünen Feldern, wird Tofu Schritt für Schritt hergestellt. Die Sojabohnen stammen aus Nordvietnam, die Arbeitsschritte folgen über Jahrzehnte überlieferten Routinen. Der Gastgeber, aufgewachsen in einem Tofu-Dorf, erzählt von seinem Alltag, der Selbstverständlichkeit der Arbeit und der bewussten Entscheidung, alte Techniken nicht zu beschleunigen. Das gemeinsame Essen danach ist schlicht, pflanzlich und tief in der Region verwurzelt, während sich der Duft von frisch zubereitetem Tofu mit der Erde und den Reisfeldern vermischt.

Der Nachmittag führt weiter in eine von Gärten umgebene Galerie, die dem Schutz des vietnamesischen Kunsthandwerks gewidmet ist. Gewebte Textilien, kunstvolle Schnitzereien und Tonarbeiten füllen die Räume und sind zugleich Zeugnisse jahrelanger Arbeit sowie über Generationen überlieferter Techniken. Viele Werke entstehen in zeitintensiven Prozessen, an denen oft wochen- oder monatelang gearbeitet wird. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen direkt an die Kunsthandwerker, viele davon Mitglieder ethnischer Gemeinschaften. Die Galerie bildet einen ruhigen Übergang vom praktischen Handwerk zur kulturellen Reflexion: Beim Zubereiten eines traditionellen Cà Phê Phin, bei dem heißes Wasser langsam durch grob gemahlenen Kaffee tropft, füllt sich der Raum mit aromatischem Dampf - und Gespräche über kulturelles Erbe und nachhaltige Verantwortung.

Der Tag findet seinen Höhepunkt in der Verkostung von Nước Mắm, einem Geschmack, der Vietnam wie kaum ein anderer prägt. Diese unverzichtbare Zutat zeigt sich in unerwarteten Formen, als Elixier, Spray oder Mayonnaise, hergestellt aus Sardellen der zentralvietnamesischen Küste. In einer geführten Verkostung demonstriert Benoît Chaigneau, Gründer der Fischsaucenmarke Chuben, die traditionellen Herstellungsmethoden, erläutert seine eigenen Varianten und erklärt die Inspiration und den Herstellungsprozess. Die Gäste nehmen die feinen Nuancen von Geruch, Geschmack und Textur bewusst wahr: die salzige Tiefe, die subtile Süße und die komplexen Umami-Noten, die Zeit und Geduld spiegeln. Schließlich entsteht die Möglichkeit, eine eigene, personalisierte Nước Mắm-Mischung zu kreieren - kein bloßes Souvenir, sondern ein individuelles Andenken an einen Tag voller Aromen und Geschichten.

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