Mythos Maybach
Vom genialen Konstrukteur der automobilen Pionierzeit zum ultimativen Luxuserlebnis unserer Zeit: Maybach verkörpert Technik, Eleganz und Prestige. Vorhang auf für die neue Mercedes-Maybach S-Klasse.

Der Grill des Maybach beweist wahre Größe, neuerdings auch bei Nacht. Wie bei der S-Klasse erstrahlt auf der Haube ein illuminierter Mercedes-Stern. Foto: Mercedes-Benz
Die Namen Daimler und Benz sollten geläufig sein; die beiden Herren haben immerhin das Automobil erfunden – ungefähr zur gleichen Zeit, unabhängig und nur wenige Kilometer entfernt voneinander. Benz war bloß mit der Patentanmeldung schneller, sie erfolgte im Jänner 1886. Somit feiert das Stuttgarter Unternehmen heuer 140 Jahre seit seiner bahnbrechenden Konstruktion. Die bald darauf gegründeten Firmen von Gottlieb Daimler und Carl Benz schlossen sich später zusammen – ohne dass sich die beiden jemals persönlich begegnet wären.
Vom ersten Motorrad …
Wenn von der automobilen Gründerzeit und speziell Mercedes-Benz die Rede ist, darf aber ein weiterer Name nicht fehlen: Wilhelm Maybach, der noch zu Lebzeiten (1846–1929) als „König der Konstrukteure“ bezeichnet wurde. Anfangs im Schatten seines Mentors Gottlieb Daimler schaffend wird er im Ehrenzirkel der Automobilpioniere oft eher nachrangig geführt. Das hat viel mit seiner engen persönlichen und dienstlichen Bindung an den älteren Daimler zu tun. Der hatte früh Maybachs Talent erkannt und zog den jungen Ingenieur im Schlepptau seiner eigenen Positionen mit, etwa bei der Deutzer Gasmotorenfabrik – ältester Motorenhersteller der Welt und bis heute im Geschäft – oder der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit ihren Zweigstellen. Daimler schlug zweifellos auch Kapital aus Maybachs Entwicklungsarbeit und meldete gemeinsame Konstruktionen als eigene Patente an – so etwa im Fall des weltweit ersten Motorrads, Baujahr 1885, das als „Reitwagen“ von Daimler patentiert wurde. Das schien für Maybach durchaus in Ordnung gewesen zu sein, schließlich konnte er erst durch Daimlers Finanzmittel seine Ideen und Visionen verwirklichen.
Dass im Hause Mercedes-Benz seit einiger Zeit die absoluten Spitzenmodelle für elitärste Kundenkreise wieder das Markenzeichen und den Namen Maybachs tragen, rückt die Dinge höflich zurecht. Wilhelm Maybach war schließlich der Antrieb für sportliche und technische Höchstleistungen, mit denen das Stuttgarter Unternehmen nach Daimlers Ableben im Jahr 1900 zu Weltgeltung kam.
… zum ersten Auto
Maybach war der Erste, der das wahre Potenzial von Nicolaus Ottos Motorenpatent erkannte und es gleich entscheidend weiterführte. Es war die Zeit um die Jahrhundertwende, als aus den „pferdelosen Kutschen“ Autos wurden – wie der erste „Mercèdes“, ein 35-PS-Rennwagen, mit dem Maybach 1901 eine neue Epoche im Fahrzeugbau einläutete. Wie damals üblich stellte man das Potenzial einer Konstruktion im Rennsport unter Beweis: Ein berühmtes Bergrennen von La Turbie nach Nizza wurde zum Schaulauf von Maybachs überlegenem „Mercèdes“-Renner, auch wenn der Ingenieur das Fahren anderen überließ.
Maybach stieg dann noch ins Luftschiff-Geschäft ein und griff dem Grafen Zeppelin mit verbesserter Antriebstechnik unter die Arme. Da war bereits Maybachs Sohn Karl an Bord, der nach dem Ersten Weltkrieg seine eigene Automarke gründete. Zweifellos hatte er mit seinem Vater den besten Lehrmeister der ganzen Branche.
Bei diesen besonders luxuriösen und technisch fortschrittlichen Autos, die sich leicht mit Bugatti messen konnten, half der alte Maybach mit, solange er konnte – er starb 1929. Die Automarke Maybach existierte bis zum Zweiten Weltkrieg, der Bedarf an Prunk und Luxus war dann ja fürs Erste gestillt (auch Bugatti sollte sich nicht mehr erholen). Das Maybach-Label verschwand für lange Zeit in der Versenkung.
Die Renaissance
Die Wiedergeburt erfolgte im Jahr 2002, als die Zeit wieder reif war für automobile Extravaganz. So wird mit dem neuesten Modell nicht nur Maybach als Begriff für die höchsten Sphären des Autobaus gefeiert, sondern auch gleichzeitig eine echte Mercedes-Benz-Ikone: die S-Klasse.
All das kommt zusammen, wenn nun die umfassend überarbeitete Mercedes-Maybach S-Klasse vorfährt: der Glanz der großen Namen und die oberste Liga der wohl hochwertigsten Automobilbaureihe der Welt. Das noch markantere Design bringt ihren einzigartigen Charakter jetzt noch besser zur Geltung; so wie der deutlich größere Kühlergrill, der auf den ersten Blick mehr Status signalisiert. Die beleuchtete Umrandung des Grills setzt raffinierte Lichtakzente – selbst der Maybach-Schriftzug in der Umrahmung ist illuminiert. Zum ersten Mal erstrahlt in ausgewählten Märkten zudem der stehende Mercedes-Stern auf der Motorhaube. V12-Modelle sind an einem neuen Emblem im Grill zu erkennen. Roségoldfarbene Akzente verleihen der neuen Doppel-Stern-Optik der Scheinwerfer eine besondere Note. Das Maybach-Pattern in den Lufteinlässen ist verchromt. Zum besonderen Eindruck trägt das Maybach-spezifische Design der Anzeigen bei: Die Tuben des Kombi-Instruments erstrahlen in exklusivem Roségold und wirken mit ihrem Spiel von Licht- und Glas-Effekten wie Schmuckspangen. Zentral zwischen den beiden Ringen ist ein goldfarbenes Maybach-Logo platziert; ein Ausdruck höchster Detailverliebtheit. Der Hintergrund der Anzeigefläche ist filigran strukturiert und in den edlen Farben Gold, Roségold und Schwarz gehalten. Diese Farbwelt korrespondiert mit einer ebenfalls exklusiven Farbe des Ambientelichts.
Besondere Bedeutung kommt den hinteren Plätzen zu, die in diesem Auto – oftmals im Chauffeurbetrieb – vielleicht die besten sind. Den Fondpassagieren sind zwei 33,3 Zentimeter große Bildschirme mit neuen, individuell konfigurierbaren Fernbedienungen gewidmet. Damit lassen sich Fahrzeugfunktionen wie Klimatisierung und Fensterrollos sowie das Rear-Seat-Entertainment besonders bequem und intuitiv steuern. Integrierte Kameras ermöglichen zudem Videotelefonie, was jeder Fahrt eine neue Dimension von Komfort und Produktivität verleiht.
Die Verbrennungsmotoren wurden umfassend überarbeitet. In unseren Breiten bildet die neueste Evolutionsstufe des Achtzylinders die Spitze der Modellpalette. Mit 450 Kilowatt (plus 17 kW elektrisch) verfügt er über mehr Leistung als die Vorgängergeneration. Daneben ist in ausgewählten Märkten ein Hybridmodell mit dem überarbeiteten Sechszylinder-Benzinmotor erhältlich. Ehrensache: In ausgewählten Ländern wird es weiterhin den aktuellen V12-Motor geben.







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