Zeit der Stille: Fünf Highlights für eine bewusste Auszeit

Ruhe ist zum Luxus geworden. Gerade in der Fastenzeit wächst bei vielen der Wunsch, Tempo herauszunehmen und Abstand vom Alltag zu gewinnen. Statt traditioneller Pilgerwege stehen heute Orte im Fokus, die mit klarer Architektur, reduzierter Gestaltung und viel Natur überzeugen.

Von Julia Weninger

In der Fastenzeit geht es für viele Menschen vor allem um Ruhe und das bewusste Innehalten. Dabei müssen es nicht immer strapaziöse Märsche oder verstaubte Traditionen sein. Eine moderne Auszeit führt heute an Orte, die durch ihre Architektur, ihre Stille und ihr minimalistisches Design beeindrucken. „Ästhetisches Pilgern“ meint genau dieses Unterwegssein zu Orten, die durch Architektur, Landschaft und Atmosphäre wirken. Das können kleine Kapellen sein, klar gestaltete Retreats oder Hotels, die auf Reduktion setzen.

Juvet Landscape Hotel

Das norwegische Architekturbüro Jensen & Skodvin hat mit dem Juvet Landscape Hotel einen Ort geschaffen, der sich bewusst zurücknimmt. Die einzelnen Gebäude aus dunklem Holz und Glas stehen locker zwischen Bäumen und Felsen und fügen sich in die Landschaft ein.

Im Inneren ist alles klar und schlicht gehalten: Beton, Holz, wenige Möbel. Große Fenster öffnen den Blick ins Tal und machen die Natur zum wichtigsten Element des Aufenthalts. Die Architektur drängt sich hier nicht in den Vordergrund. Sie dient stattdessen als Rahmen für das, was draußen in der Natur passier und für die Ruhe, die man dort finden kann.

Therme Vals

Die Therme Vals ist ein Werk von Peter Zumthor – und längst ein Klassiker zeitgenössischer Architektur. Der Bau besteht aus 60.000 Quarzitplatten aus der Region, geschichtet wie eine archaische Formation. Zumthor spricht vom „Bauen aus dem Material heraus“, und genau das spürt man in jedem Detail: Die Gänge sind schmal und labyrinthisch, das Licht dringt gezielt durch kleine Öffnungen, die Akustik ist gedämpft. Es ist ein Ort, der den Besucher nicht bedient, sondern führt – zu einem langsameren Rhythmus, einer tieferen Wahrnehmung. Wellness wird hier zur kontemplativen Raumreise.

Monastero Arx Vivendi

Das ehemalige Kloster in Arco wurde vom Südtiroler Büro noa (network of architecture) in ein stilles, aber hoch ästhetisches Refugium verwandelt. Die Architekt:innen arbeiteten mit großem Respekt gegenüber der historischen Bausubstanz: Die symmetrischen Klostergänge blieben erhalten, ebenso das rhythmische Fassadenbild und die hohen Decken. Neu hinzu kommen helle Naturmaterialien, maßgefertigte Möbel, viel Leere und gezielt eingesetztes Licht. Die Spa-Bereiche liegen wie Rückzugsräume im Grünen, mit Sichtachsen in den ehemaligen Klostergarten. Eine Transformation, die den Geist des Ortes nicht überformt, sondern in die Gegenwart übersetzt.

Vigilius Mountain Resort

Das Vigilius Mountain Resort wurde von Matteo Thun entworfen, einem der profiliertesten italienischen Architekten der Gegenwart. Der Bau liegt oberhalb von Lana und ist ausschließlich per Seilbahn erreichbar. Thun wollte ein Hotel bauen, „das nicht stört“ – entstanden ist eine langgestreckte Struktur aus heimischem Lärchenholz, Glas und Naturstein, die sich harmonisch in die Hanglage einfügt. Innen herrschen klare Linien, warme Materialien und eine zurückhaltende Farbpalette. Das Design ist puristisch, aber einladend: kein Dekor, kein Übermaß, dafür aber Licht, Luft und Landschaft.

Eremito

Das Eremito wurde von Unternehmer Marcello Murzilli entworfen und nicht von einem bekannten Architekturbüro, dafür aber mit einer archaischen Klarheit, die an die Struktur alter Klosteranlagen erinnert. Die Mauern aus Naturstein, die schmalen Fenster, die einfachen, fast zellhaften Räume: alles wurde in Handarbeit errichtet, ohne Maschinen. Der Stil? Radikal reduziert und ohne Strom in den Zimmern, ohne digitale Ablenkung. Die Möbel sind aus Massivholz, die Textilien aus Leinen, die Beleuchtung erfolgt mit Kerzen. Es ist ein spiritueller Ort in Form eines Hauses, perfekt zum Innehalten.

© 7132 Hotel - Julien Balmer; Vigilius Mountain Resort Tobias Kaser; PR

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