Zwischen Couture und Surrealismus: Schiaparelli in London
Das Victoria and Albert Museum widmet Elsa Schiaparelli eine umfassende Schau. Im Fokus stehen ihre Verbindungen zur Kunstszene ihrer Zeit. Ihre Arbeiten entstanden aus einem direkten kreativen Austausch. Ihr Einfluss ist bis heute spürbar.

Elsa Schiaparelli gilt als eine der einflussreichsten Designerinnen des 20. Jahrhunderts und prägte die Verbindung von Mode und Surrealismus. Foto: Condé Nast via Getty Images
Im Londoner Victoria and Albert Museum läuft derzeit eine Ausstellung, die Mode aus einer anderen Perspektive zeigt. „Schiaparelli: Fashion Becomes Art“, die bis zum 8. November zu sehen ist, ist die erste große Schau in Großbritannien, die sich dem Haus Schiaparelli und seiner Gründerin widmet und dabei deutlich macht, wie eng Mode und Kunst in den 1930er Jahren miteinander verbunden waren.
Elsa Schiaparelli, in Rom geboren, gehörte zu jenen Designerinnen, die sich nicht lange mit bestehenden Regeln aufhielten. Sie baute ein Modehaus auf, das von Beginn an im Austausch mit der Kunstszene stand und gezielt den Kontakt suchte. Künstler wie Salvador Dalí, Alberto Giacometti und Jean Cocteau arbeiteten nicht nur parallel zu ihr, sondern direkt mit ihr. Auch andere Kreative wie der berühmte Schmuckdesigner Jean Schlumberger bewegten sich in diesem Umfeld. Ideen entstanden im Gespräch, wurden weitergegeben, verändert und fanden schließlich ihren Weg in die Kleidung.
Die Ausstellung zeigt diese Zusammenarbeit sehr konkret. Besonders auffällig ist das sogenannte Skelett-Kleid von 1938, ein schwarzes Kleid, dessen Vorder- und Rückseite mit aufgestickten Knochen versehen sind. Es wirkt, als würde das Innere des Körpers sichtbar werden. In Kombination mit Zeichnungen von Dalí wird klar, wie eng Entwurf und künstlerische Idee miteinander verzahnt waren und wie direkt dieser Austausch tatsächlich war.
Schiaparelli griff Einflüsse aus der Kunst auf, ohne sie einfach zu übernehmen. Sie setzte sie um, veränderte sie und machte daraus tragbare Stücke. Reißverschlüsse wurden bewusst sichtbar eingesetzt, Materialien ungewöhnlich kombiniert, Details stark betont.
Am Ende der Schau schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart. Entwürfe des heutigen Kreativdirektors Daniel Roseberry treten in Erscheinung, dessen Kreationen von prominenten Namen wie Ariana Grande und Dua Lipa getragen werden. Die Looks sind dramatisch, fast skulptural, und dennoch klar in der Tradition des Hauses verankert. Es geht weiterhin um Wirkung, um Bilder, die im Gedächtnis bleiben. So entsteht eine Ausstellung, die nicht nur zurückblickt, sondern auch weiterdenkt.







