Zebra statt Zurückhaltung: Patek Philippe zeigt seine extravagante Seite
Die „Gondolo Serata Zebra" vereint historische Formen und moderne Technik. Das Gehäuse erinnert an Art-déco-Uhren, während das Zifferblatt in kräftigem Zebra-Muster leuchtet. Patek Philippe zeigt damit, dass Tradition und Extravaganz sich nicht ausschließen.

Patek Philippe gilt als Inbegriff klassischer Uhrmacherei: Calatrava statt Couture, Minutenrepetition statt Modemut. Umso größer ist die Irritation - und zugleich die Faszination -, wenn die Genfer Manufaktur plötzlich aus ihrer wohlgepflegten Komfortzone ausbricht. Genau das tut sie mit der neuen „Gondolo Serata Zebra“. Diese Uhr ist kein leises Understatement, sondern ein bewusst gesetztes Ausrufezeichen. Ein Schmuckstück, das auffallen will, darf und soll.
Schon auf den ersten Blick wird klar: Diese „Gondolo“ hat wenig mit den zurückhaltenden Damenuhren zu tun, die man sonst von Patek Philippe kennt. Das rechteckige, geschwungene Gehäuse aus 18-karätigem Roségold misst 28,6 × 40,85 Millimeter und wirkt wie eine Reminiszenz an das Art-déco-Zeitalter. Doch während die Form historisch verwurzelt ist, spielt das Zifferblatt in einer ganz anderen Liga. Ein wildes Zebra-Motiv breitet sich über das transparente Saphirglas aus - grafisch, kontrastreich, beinahe provokant. Die Uhr scheint mehr Statement-Piece als Zeitmesser zu sein.
Technisch betrachtet handelt es sich bei diesem Zifferblatt um eine kleine Demonstration moderner Fertigungskunst. Anders als das berühmte Cloisonné-Emaille-Vorbild aus der Rare-Handcrafts-Kollektion von 2022 wird hier kein traditionelles Email verwendet. Stattdessen besteht das Zifferblatt aus klarem Saphirglas, das beidseitig graviert, schwarz lackiert und anschließend metallisiert wird. Das Ergebnis ist ein faszinierender Tiefeneffekt: Die Streifen wirken fast dreidimensional, während einzelne Partien im Licht glänzen. Das applizierte Patek-Philippe-Emblem scheint unter den Zebrastreifen zu schweben - ein Detail, das erst auf den zweiten Blick seine Wirkung entfaltet.
Eingerahmt wird dieses Schauspiel von 94 brillantgeschliffenen Spessartin-Granaten, die Lünette und Bandanstöße zieren. Ihr Farbverlauf reicht von dunklem Rot bis zu leuchtendem Orange und verleiht der Uhr eine warme, fast exotische Aura. Diese Edelsteine passen erstaunlich gut zum animalischen Thema der Uhr und unterstreichen ihren Schmuckcharakter.


Für Diskussionen sorgt das Uhrwerk. Im Inneren arbeitet das Quarzkaliber E15, ein bewährtes Werk, das auch in anderen Damenuhren der Marke zum Einsatz kommt. Puristen mögen die Nase rümpfen, doch Patek Philippe weiß, für wen diese Uhr gedacht ist. Komfort, Präzision und Alltagstauglichkeit stehen hier im Vordergrund. Zudem ist das Werk, ganz patek-typisch, aufwendig dekoriert: Genfer Streifen auf den Brücken, Perlage auf der Platine - Luxus selbst dort, wo ihn kaum jemand sieht.



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