Weniger College, mehr Coolness – der neue Preppy-Style
Der Preppy-Look hat die Gabe, sich immer wieder neu zu erfinden. Was einst ein Symbol der Upperclass-Elite war, ist heute eine ironische Stilansage, getragen von den coolsten Namen der Modewelt.

Der Preppy-Look ist zurück, und er trägt sich aktuell selbstbewusster als je zuvor – nicht mehr als uniforme Konformität, sondern als ein Statement subtiler Überlegenheit, das zwischen Ironie und Tradition oszilliert. Stilikonen wie Bella Hadid und Hailey Bieber haben den Look aus den ehrwürdigen Hallen der Elite-Colleges direkt auf die Straßen katapultiert. Wer den Preppy-Style bislang als Relikt reicher Internatsschüler abtat, muss umdenken: Die Symbiose aus gestriger Etikette und heutiger Coolness steht ihm perfekt.
Natürlich bleiben die klassischen Assoziationen – „Gossip Girl“, „Clueless“ hochgesteckte Haarreife, plissierte Röcke, makellose Buttondowns –, aber heute umweht den Preppy-Chic weniger der Duft von Pflichtbewusstsein als vielmehr der von nonchalanter Rebellion. Serena, Blair und Cher haben Platz gemacht für eine Generation von Streetstyle-Größen, die Tweed, Loafers und Poloshirts nicht mehr mit steifer Ehrfurcht, sondern mit augenzwinkernder Lässigkeit tragen. „Jede Generation lacht über die alten Moden, folgt aber ehrfürchtig der neuen“: Oscar Wilde hätte seine helle Freude an dieser Renaissance gehabt.
Denn der moderne Preppy-Look ist keine höfliche Referenz an das Establishment, sondern ein Spiel mit Codes. Ursprünglich in den „Preparatory Schools“ geboren – dort, wo Geld keine Rolle spielt, weil man es ohnehin hat – war Preppy einst das textile Äquivalent zu einem Harvard-Dekret. Heute ist der Look vielmehr eine Sprache des Stils, die sagt: „Ich komme von oben – aber es wäre mir unangenehm, das zu betonen.“
Mehr Play, weniger Pflicht: Das Poloshirt, lange Synonym für gepflegte Langeweile, feiert seine Wiederauferstehung – von spießig zu schick, von Pflichtbewusstem im Country Club zu Rebellischem auf der Rue Saint-Honoré. Cropped, oversized oder in unerwarteten Farben: Das klassische Hemd hat seinen Upperclass-Exklusivitätsstatus abgelegt und flaniert nun entspannt durch die Modewelt. Und wenn Miu Miu, Prada und Loewe sich dieser Ästhetik annehmen, dann ist klar: Das ist kein kurzfristiger Trend – das ist Modegeschichte in Echtzeit.