Prada trifft auf Jordan Wolfson: nichts ist hier ganz normal

Das Mailänder Modehaus Prada holt sich für seine Frühjahr/Sommer-Kampagne den US-amerikanischen Künstler Jordan Wolfson an Bord. Bekannt für seine verstörenden Arbeiten, bringt er eine Bildsprache mit, die hängen bleibt.

Von Alexander Pfeffer
Model mit schwarzer Prada Tasche neben grüner Vogel-Figur aus der Jordan Wolfson

Die Kooperation von Prada und Jordan Wolfson zeigt eine surreale Inszenierung zwischen Luxusmode und zeitgenössischer Kunst. Foto: Prada

Die Zusammenarbeit überrascht im ersten Moment. In den vergangenen Jahren hat sich der US-amerikanische Künstler Jordan Wolfson mit grotesken, oft verstörenden Animatronik-Figuren und radikalen Videoarbeiten einen Ruf als Enfant terrible der Kunstwelt erarbeitet. Seine Werke kreisen um Gewalt, Technologie und Popkultur, sie gehen oft an die Grenze und sorgen immer wieder für Diskussionen. Seine VR-Arbeit „Real Violence“ sorgte etwa 2017 auf der Whitney Biennale für heftige Reaktionen. Umso spannender ist die Frage, was passiert, wenn genau dieser Künstler auf ein Haus wie Prada trifft. Was daraus entsteht, lässt sich jedenfalls nicht sofort greifen. Die Bilder ziehen einen rein, wirken gleichzeitig ruhig und irgendwie unheimlich. Genau diese Spannung prägt die Kampagne.

Männliches Model in rotem Mantel vor roter Vogel-Figur aus der Prada Kampagne
Weibliches Model mit weißer Prada Tasche sitzt vor großer lila Vogel-Figur
Weibliches Model mit brauner Prada Tasche neben großer brauner Vogel-Figur aus der Jordan Wolfson Kampagne
Männliches Model in dunklem Outfit sitzt vor großer schwarzer Vogel-Figur aus der Prada Kampagne

Prada zeigt Stars zwischen Realität und surrealer Kunstwelt

Vor der Kamera steht mit mit hochkarätigen Schauspielern und Models wie Hunter Schafer, Carey Mulligan oder Nicholas Hoult ein starker Cast. Doch statt klassischer Inszenierung wirken sie wie leicht verschobene Versionen ihrer selbst. Genau das macht den Reiz aus. Dazu kommen vogelartige Kreaturen, die sich zwischen die Figuren schieben, Bewegungen aufnehmen und zurückspielen. Sie wirken wie Begleiter, vielleicht auch wie Gegenstücke. Plötzlich kippt das Ganze, und man ist sich nicht mehr sicher, was hier eigentlich real ist.

Die Kampagne erzählt keine klare Geschichte, sie funktioniert eher über ein Gefühl. Man muss sie nicht sofort verstehen, sondern lässt sich darauf ein. Im Film wird das besonders deutlich: Immer wieder setzen die Protagonisten an mit „Ich, ich, ich bin…“ und hören dann auf. Kein Ende, kein Punkt. Und genau das bleibt hängen.

Creative Directors: Miuccia Prada and Raf Simons
Artwork by Jordan Wolfson
Talent: John Glacier, Levon Hawke,
Nicholas Hoult, Damson Idris, Carey Mulligan, Hunter Schafer, Liu Wen.
Campaign Creative Direction: Ferdinando Verderi
The artwork incorporates images by Oliver Hadlee Pearch

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