Mechanik ist keine Frage des Geschlechts: Der stille Paradigmenwechsel bei Richard Mille
Damenuhren waren bei Richard Mille nie als Zugeständnis gedacht. Heute sind sie Ausdruck einer Haltung. Sie verbinden technische Präzision mit einer neuen Form von gestalterischer Autorität.

Richard Mille dachte lange nicht an Frauen. Als die Marke vor 25 Jahren entstand, ging es um Männer und um das, was ihnen fehlte: ein Objekt, das so viel Bedeutung tragen konnte wie Schmuck – nur technisch. Die Uhr war Werkzeug und Statussymbol zugleich. Heute wirkt diese Perspektive fast historisch. Frauen sind längst nicht mehr Ergänzung, sondern treibende Kraft der Marke.
Dass sich das Markenbild verändert hat, liegt nicht an einem Imagewechsel, sondern an Menschen. Amanda Mille, Tochter des Gründers, und Cécile Guenat, Tochter des Mitgründers Dominique Guenat, gehören zur zweiten Generation. Sie führen nicht, indem sie erklären, sondern indem sie gestalten. Richard Mille ist für sie kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein offenes System.


Cécile Guenat kam vor acht Jahren ins Unternehmen, zunächst als Schmuckdesignerin. Heute ist sie Creative and Development Director und prägt die visuelle Identität der Marke. Ihre Arbeit entzieht sich klaren Kategorien. Sie denkt nicht in Geschlechtern, sondern in Kräften. Über ihre Inspiration erklärte sie Forbes: „Alles begann mit der Vision einer Sternenexplosion in der Dunkelheit. Wir wollten unsere Herangehensweise an die Edelsteinfassung überdenken, um die Elemente auf intensive Weise zusammenzubringen.“
Diese Idee findet sich in der neuen RM 07-01 Intergalactic Collection wieder. Carbon TPT bildet eine dunkle Oberfläche, Diamanten scheinen darauf zu treiben, gehalten von polierten Rotgoldkrappen. Die skelettierten Werke bleiben sichtbar, fast roh. Technik wird nicht versteckt, sondern gezeigt.


In den einzelnen Modellen wird diese Haltung konkret. Die RM 037 in Rotgold mit Schneebesatz kombiniert das Automatikkaliber CRMA1 mit einer unregelmäßigen Diamantstruktur. Die RM 07-01 in Weißgold gibt es mit diamantbesetztem Gourmette-Armband oder mit pavégefassten Baguette-Diamanten, deren Geometrie vom dunklen CRMA2 gebrochen wird. Den Abschluss bildet die RM 07-01 Starry Night: 181 einzeln gefasste Diamanten, verteilt wie Sterne ohne feste Ordnung. Keine Symmetrie, keine Dekoration – nur Energie.








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