Mode und Magie: Kristian Schullers visuelle Reise
Seine Bilder sind mehr als Modefotografie: Kristian Schuller transformiert Stoff und Schönheit in theatralische Kunstwerke, wie die Ausstellung „Pictures“ beweist.

Er hat bei Vivienne Westwood Mode studiert und bei F.C. Gundlach die Kunst der Fotografie erlernt – Kristian Schuller, Modefotograf? Nicht wirklich. Seine Werke sind mehr als bloße Abbildungen von Stoff und Schönheit; sie sind theatralische Kunstwerke, die das Übermaß der Inszenierung in all seinen Facetten feiern. Kein Wunder, dass Stars wie Penélope Cruz oder Sharon Stone vor seiner Kamera posieren. In seiner aktuellen Ausstellung „Pictures“ im Kunstraum Potsdam öffnet sich ein Fenster zu einer Welt, in der Farbe und Licht in einem hypnotischen Rausch verschmelzen.
Schuller ist jedoch nicht nur der Meister der opulenten Inszenierungen. In einer kontrastreichen Serie von Schwarz-Weiß-Porträts zeigt er uns Transsilvanien – eine Hommage an seine Herkunft. In den intensiven Blicken seiner Subjekte spiegelt sich eine andere Welt: rau, ehrlich, ungeschönt. Diese Porträts setzen einen bewusst minimalistischen Kontrapunkt zu den opulenten Traumwelten, die Schuller in seinen Modearbeiten erschafft. Hier wird der Betrachter eingeladen, in die Persönlichkeiten und Geschichten einzutauchen, die Schuller geprägt haben.
In enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Peggy entfaltet Schullers Bildsprache eine experimentelle Dynamik, die ebenso unvorhersehbar wie faszinierend ist. Der gezielte Einsatz von Unschärfe und das meisterhafte Spiel von Licht und Schatten erzeugen eine mystische Atmosphäre, die Raum für eigene Interpretationen lässt. Aufgewachsen im grauen Rumänien, fasziniert von der Farb- und Lichtwelt, die er nie kannte, strebt Schuller heute danach, seine eigene, lebendige Vision von Schönheit zu entfalten – und nimmt uns mit auf eine visuelle Reise jenseits des Gewöhnlichen.