Minimalismus trifft Luxus: Jil Sanders neue Duftkollektion
Mit der „Olfactory Series 1 Collection“ will Jil Sander die Haute Parfumerie erobern und setzt auf das Wesentliche: klare Strukturen und raffinierte Reduktion. Sechs Düfte, die in ihrer Schlichtheit unverwechselbar sind.

Jil Sander betritt mit ihrer ersten Luxus-Duftkollektion, der „Olfactory Series 1 Collection“, die Welt der Haute Parfumerie – und bleibt dabei ihrer Linie treu: Klarheit, Struktur, Authentizität. In einer Branche, die oft vom Überschwang lebt, setzt das Haus auf Reduktion. Sechs Düfte, ein kompromissloses Bekenntnis zur minimalistischen Avantgarde.
„Unser kreativer Prozess kennt keine Grenzen zwischen Mode, Architektur und Parfum. Es geht immer darum, klare Statements zu setzen, Emotionen hervorzurufen und eine tiefere Verbindung zwischen Träger und Kreation zu schaffen“, erklären Lucie und Luke Meier, bis vor Kurzem noch Kreativdirektoren des Hauses.
Die sechs Unisex-Düfte tragen Namen, die ihre Essenz destillieren: Leaf, Miel, Black Tea, Earth, Coffea und Smoke. Kreiert wurde die Kollektion von fünf der talentiertesten Nachwuchs-Parfümeure unter der Leitung der Meiers: Bérénice Watteau, Paul Guerlain, Nathalie Lorson, Mathilde Bijaoui und Julie Massé. Keine vordergründigen Akkorde, kein lautes Statement – stattdessen eine Duftsprache für Kenner, die Nuancen zu lesen wissen. Unter den Ingredienzen finden sich Zedernholz, Vetiver, Osmanthus, Matsutake-Pilz, Black Krim Tomate – sorgsam kuratiert, mit Aldehyden für Strahlkraft. Doch stets subtil, fast meditativ. „Unsere Düfte sollen nicht dominieren, sondern begleiten“, betonen die Kreativen.
Auch das Design folgt dieser Maxime. In Kooperation mit dem italienischen Studio Formafantasma entstand ein Flakon, der Imperfektion kultiviert: asymmetrisch, glasklar, mit bewusst gesetzten Unregelmäßigkeiten. Ein weißer, glockenförmiger Aluminiumverschluss schützt den Duft – eine funktionale Notwendigkeit, erhoben zur gestalterischen Prämisse. „Die größte Herausforderung war es, in einem hochindustrialisierten Prozess eine haptische, fast handgefertigte Qualität zu bewahren“, so die Meiers.
Die Markteinführung beginnt in 21 Jil Sander-Boutiquen und online, bevor die Kollektion im Mai global ausgerollt wird. Der Preis: 230 Euro pro 100 ml. Doch das ist für die Designer Nebensache: „Es geht nicht um Exklusivität als Selbstzweck, sondern um Haltung.“ Vielleicht ist das der wahre Luxus: nicht mehr, sondern weniger – aber genau das Richtige.