Hightech trifft Selfcare: Die neue Ästhetik der Bewegung

Sanfte Bewegung mit Hightech zu verbinden und jede Faser des Körpers zu transformieren führt die Ära der Mindful-Body-Workouts fort. Die Arbeit am Körper strafft ohne Schweiß, aber mit Performance-Garantie irgendwo zwischen Selfcare und bedingungsloser Hingabe zur Selbstoptimierung. Eine Trendschau.

Von Birgit Brieber

Frauen in Yogakleidung, die in den eigenen vier Wänden sanfte Bewegungen auf der Matte turnen, sind häufig gesehene Gäste in Social-Media-Feeds Auffällig oft wirken die Übungen statisch, wie Dehn-übungen am Ende eines fordernden Workouts – nur dass das schweißtreibende Turnen davor auszubleiben scheint. Denn während andere noch im Fitnessstudio oder der Kraftkammer schwitzen, leben wahre Beautynistas bereits den neuesten Zeitgeist der Körperoptimierung: sanfte Workouts auf der einen Seite, Hightech-Beauty und -Health kombiniert mit Mindful Bodyforming und Ernährungskonzepten für die richtige (Muskel-)Nahrung von innen und außen auf der anderen.

Soft Movement

Das Mindset hinter dieser Bewegung ist eine so bekannte wie nach wie vor gültige Philosophie: Sport und die Arbeit am eigenen Körper wird zielgerichteter und damit langfristig effektiver. Beim Formen des Körpers wird nicht gegen, sondern mit ihm ge-arbeitet; durch Methoden, die Wohlbefinden mit modernster Technologie verbinden. Diese Zonenarbeit fügt sich perfekt in das stetig wachsende Angebot an Beauty- und Health-Treatments ein, die den Körper verjüngen und zu Höchstleistungen antreiben sollen. Mit Angeboten, die früher nur Athletinnen und Athleten vorbehalten waren und sich jetzt bei immer mehr beautyaffinen Kundinnen großer Beliebtheit erfreuen. Die moderne Kundin trainiert effektiv, ohne cortisoltreibenden Stress, und nimmt ganz nebenbei auch das Spa-Gefühl mit nach Hause.

Klar ist: Die Ära der Mindful Bodywork mit Performance-Garantie hat gerade erst begonnen Noch nie waren die Ausgaben für Beautybehand-lungen höher: 6,5 Millionen Euro haben die Österreicher 2023 für ihre Schönheit ausgegeben. Die in der von Ästhetik geprägten On- und Offlinewelt so oft bemühte Mindfulness ist nach wie vor en vogue; auf sichtbare Ergebnisse will aber niemand mehr verzichten oder warten. Die Arbeit am eigenen Körper gehört für viele zum Tagesgeschäft und wird als erweiterte Medical Wellness gesehen.

Hightech-Entspannung

„Du legst das Gerät an, drückst auf Start und musst dich um nichts weiter kümmern": Konstantin Graf, einer der Gründer des Hypershape-Studios in der Wiener Innenstadt, holte die Technologie aus L.A. nach Österreich. Die Geräte übernehmen die gezielte Muskelstimulation dank Magnetfeld-Impuls-Training, während man selbst auf der Wellnessliege entspannt. Das Ergebnis: maximale Effektivität ohne Stress. Ein falsches Ansteuern einzelner Muskelgruppen beim Training wird praktisch unmöglich, der Körper gekräftigt, ohne dass der Kunde die Alltagskleidung ablegen muss. Graf: „Viele Businessleute kommen in der Mittagspause oder vor einem Theaterbesuch." Diese Kombination aus hocheffektivem Body-Workout und dem Loslassen, während man in der wellnessklubartigen Atmosphäre des Studios dem Alltag entflieht, bringt auf den Punkt, worum es bei der modernen Körperarbeit geht: eine möglichst stressfreie, aber hocheffektive Heran-gehensweise an den Körper. Denn die Methode sorgt für Muskelkraft, ersetzt aber natürlich nicht das gesundheitsfördernde Herz-Kreislauf-Training.

Auch im Wiener Youth Club setzt man auf Hightech-Treatments in Wohlfühl-Atmosphäre. Neben zellverjüngenden NAD+-Infusionen sorgt eine spezielle Sauerstofftherapie mit Höhenluft für eine starke Zellgesundheit, indem sie abwechselnd Sauerstoff zuführt und entzieht. Durch diesen provozierten Zellstress ist unser KörperzuZellrecycling gezwungen – ein Jungbrunnen mit nachweislich positivem Effekt gegen Depressionen und Angst-zustände. Und das alles im bequemen Lehnstuhl statt bei der Bergwanderung.

Was generell auffällt: Während man früher noch auf Foltergeräten ähnelnden Apparaten gegen Körperzonen ankämpfte und das dann als besondere Hingabe feierte, werden jetzt auch alte Heilmethoden in die Zukunft geführt, indem etwa Leberwickel zur Entgiftung wiederentdeckt und der Körper beim Bodywrapping mit gezielten Wickel-techniken gestrafft und der Stoffwechsel aktiviert wird. Dr. Nina Schmid-Nozar vom Youth Club: „Die Leber ist unser größtes Entgiftungsorgan. Wir haben den Leberwickel nicht neu erfunden, wir haben ihn wieder hervorgeholt, weil unser Körper aufgrund von zu viel Zucker und Industrienahrung Unterstützung bei der Entgiftung braucht.“ Der neue Zeitgeist der Körperoptimierung sind sanfte Workoutssowie Hightech-Beauty und -Health.

Ernährung als Add-on

Ergänzt wird die sanfte Arbeit am Selbst durch angepasste Ernährungskonzepte. Statt strikter Diäten stehen Methoden im Vordergrund, die den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen, ohne ihn zu belasten. Angefangen wird auch im High-End-Bereich oft bei den Basics: So eröffnete die Altaus-seer Luxusklinik Mayrlife eine Kochschule unterstützt von Sternekoch Tim Raue. „Ich weiß, wie man kocht – trotzdem habe ich jahrelang schlecht gegessen und meine Ernährung hintangestellt", so Raue. Mithilfe bewusster Strategien nahm er zwanzig Kilo ab und verjüngte sein biologisches Alter um neun Jahre; ohne Hungern oder die viel zitierte Milch-und-Semmel-Kur. „Wir müssen wieder lernen, Essen als Treibstoff zu sehen. Für mehr Energie und Leistungsfähigkeit.“ Nährstoffe, die nicht durch die Nahrung aufgenommen werden, können durch gezielte Infusionstherapien zugeführt werden.

Zwischen Tradition und Hightech entsteht langsam ein neues Verständnis von Körperarbeit, das sich aller Neuerungen am Markt bedient, die die moderne Beauty- und Health-Industrie zu bieten hat – sanft, hocheffizient, bedingungslos. Die Möglichkeiten scheinen jedenfalls grenzenlos.

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