Das Phantom 2024: Ein Sommernachtstraum im Glas
Seit Jahrzehnten zählt „Das Phantom“ des burgenländischen Weinguts K+K Kirnbauer zu den bekanntesten Rotweincuvées Österreichs. Mit einer aufwändig inszenierten Kampagne, die den Charakter des Weins in eine neue Bildwelt übersetzt.

© K&K
Unter dem Titel „Ein Sommernachtstraum“ entführt die Kampagne 2026 in ein geheimnisvolles Labyrinth, in dem Realität und Fantasie verschwimmen. Gemeinsam mit Influencerin Karin Teigl alias @constantly_k erzählt Markus Kirnbauer eine Geschichte über Neugier, Sinnlichkeit und das bewusste Sichverlieren.
Im Interview sprechen Marlene und Markus Kirnbauer über die Entstehung eines österreichischen Kultweins, die Bedeutung kreativer Markeninszenierung und darüber, warum „Das Phantom“ Jahr für Jahr eine neue Geschichte erzählen darf.

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„Das Phantom“ genießt mittlerweile Kultstatus. Was macht diesen Wein Ihrer Meinung nach so besonders und warum begeistert er Weinliebhaber seit Jahrzehnten?
Markus Kirnbauer:
„Das Phantom“ war vor fast 40 Jahren eine Pionierleistung und zugleich der Beginn einer neuen Form österreichischer Rotweinmarken. Zu einer Zeit, als Cuvées im Mittelburgenland noch außergewöhnlich waren, entstand ein Wein mit einer klaren Identität und einem unverwechselbaren Namen. Das Besondere ist für mich die Verbindung aus Beständigkeit und permanenter Neuerfindung. Die Zusammensetzung darf sich von Jahrgang zu Jahrgang verändern, die Persönlichkeit bleibt jedoch immer dieselbe: kraftvoll, tiefgründig und gleichzeitig von Eleganz und Trinkfluss getragen. Dadurch ist „Das Phantom“ jedes Jahr neu und dennoch sofort vertraut. Genau diese Spannung begeistert Menschen seit Jahrzehnten.
Hinter jedem Jahrgang steht eine aufwendig inszenierte Kampagne. Wie entstand die Idee, Wein und Storytelling so eng miteinander zu verbinden?
Markus Kirnbauer:
Der Ausgangspunkt war der Jahrgang 2011. Nachdem es 2010 aufgrund unserer Qualitätsansprüche kein „Das Phantom“ gegeben hatte, kehrte der Wein mit der Headline „Plötzlich wieder da – Das Phantom“ zurück. Wir wollten diese Rückkehr nicht nur in klassischen Weinmedien kommunizieren, sondern den Wein auch in Lifestyle- und Publikumsmedien sichtbar machen.
Daraus entstand die Idee, jedem Jahrgang eine eigene Geschichte und Bildwelt zu geben. Seitdem übersetzen wir den Charakter des jeweiligen Weins in eine emotionale Inszenierung. Dabei geht es nicht um klassische Weinwerbung mit Reben, Fässern und Gläsern, sondern um Atmosphäre, Begehren und Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Der Wein ist jedes Jahr ein anderer – also darf auch seine Geschichte jedes Jahr neu erzählt werden.
Die diesjährige Kampagne trägt den Titel „Ein Sommernachtstraum“ und führt in ein geheimnisvolles Labyrinth. Wie entstand dieses Konzept und warum passt gerade diese Geschichte so gut zum Charakter des Phantom 2024?
Markus Kirnbauer:
Der Gedanke des Sommernachtstraums entstand aus dem ungewöhnlich frühen Verlauf des Jahrgangs. 2024 begann die Lese teilweise bereits im August. Diese frühe Reife, die Dynamik des Jahres und die besondere Lebendigkeit des Weins wollten wir emotional übersetzen.
Der Irrgarten von Schloss Hof wurde dafür zur idealen Bühne. Ein Labyrinth ist ein Ort, an dem man sich verlieren darf – und dabei vielleicht genau das findet, wonach man gar nicht bewusst gesucht hat. Das Phantom taucht an verschiedenen Stellen auf, mal verborgen, mal ganz präsent. Es ist keine Bedrohung, sondern eine Verheißung.
Auch der Wein selbst offenbart nicht alles auf den ersten Blick. Er ist lebendig, vielschichtig und von einer intensiven Frucht geprägt. Man entdeckt ihn Schritt für Schritt. Genau deshalb passt die Idee des lustvollen Sichverlierens so gut zu diesem Jahrgang.

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Mit Karin Teigl alias constantly_k haben Sie heuer eine der bekanntesten österreichischen Content Creatorinnen für die Kampagne gewonnen. Was hat sie zur idealen Besetzung für diesen Sommernachtstraum gemacht?
Marlene Kirnbauer:
Karin ist für uns keine neue Besetzung. Wir arbeiten bereits seit mehreren Jahren mit ihr zusammen, und aus dieser Kooperation ist mittlerweile eine echte Freundschaft entstanden. Sie kennt unser Haus, unsere Haltung und auch unseren Humor. Dadurch wirkt die Zusammenarbeit nicht konstruiert, sondern vollkommen authentisch.
Karin verbindet Professionalität und starke Präsenz mit einer besonderen Leichtigkeit. Sie kann glamourös und elegant sein, nimmt sich selbst dabei aber nie zu ernst. Dieses Augenzwinkern passt perfekt zu K+K und besonders zu „Das Phantom“. Für den Sommernachtstraum brauchten wir eine Persönlichkeit, die Sinnlichkeit, Neugier und eine gewisse Lässigkeit glaubwürdig verkörpert – und genau das bringt Karin mit.
Die Bildwelten rund um „Das Phantom“ erinnern jedes Jahr eher an ein Modeeditorial oder einen Kinofilm als an klassische Weinwerbung. Wie wichtig sind Emotionen, Ästhetik und Inszenierung für eine starke Weinmarke?
Marlene Kirnbauer:
Ein besonderer Wein soll besondere Momente begleiten. Im besten Fall entstehen daraus Erinnerungen, an die man sich auch Jahre später noch gerne zurückerinnert. Genau deshalb ist es uns wichtig, nicht nur über analytische Werte, Rebsorten oder Bewertungen zu kommunizieren, sondern über Emotionen. Ästhetik ist für uns dabei keine bloße Oberfläche. Sie macht eine Haltung sichtbar. Die Bildwelt soll die Persönlichkeit des Weins übersetzen und ein Gefühl auslösen, noch bevor die Flasche geöffnet wird. Eine starke Inszenierung kann Neugier wecken, Sehnsucht erzeugen und Menschen dazu einladen, Teil dieser Geschichte zu werden.
Am Ende muss jedoch immer der Wein im Mittelpunkt stehen. Die Kampagne darf ihn nicht überstrahlen, sondern soll ihm jene Bühne geben, die seinem Charakter gerecht wird.
K+K Kirnbauer ist ein Familienweingut. Wie gelingt es Ihnen, Tradition und Innovation in Einklang zu bringen und gleichzeitig immer wieder neue Ideen umzusetzen?
Markus Kirnbauer:
Für uns steht K+K nicht ausschließlich für die Familie Kirnbauer. Das „+“ ist mindestens genauso wichtig. Es steht für unser Team, für Freunde, Partner und Kunden – für alle Menschen, die an der Entwicklung unseres Weinguts beteiligt sind. Unsere Vision ist, dass sich jeder Mitarbeiter als Teil des großen Ganzen versteht und eigene Ideen einbringen kann. Gleichzeitig hinterfragen wir bestehende Abläufe laufend. Dabei orientieren wir uns am Kaizen-Prinzip: Prozesse nicht erst dann verändern, wenn sie nicht mehr funktionieren, sondern sie kontinuierlich in kleinen Schritten verbessern.
Oft sind es genau diese kleinen Anpassungen, die über Jahre zu einer großen Veränderung führen. Tradition bedeutet für uns deshalb nicht, alles so zu machen wie früher. Tradition bedeutet, Verantwortung für das zu übernehmen, was die nächste Generation weiterführen soll.

© CFB

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Die finale Cuvée entsteht jedes Jahr gemeinsam innerhalb von Family & Friends. Wie läuft dieser kreative und sensorische Entscheidungsprozess ab? Gibt es dabei auch unterschiedliche Meinungen?
Markus Kirnbauer:
Der Prozess beginnt bereits im Weingarten. Jede Rebsorte wird entsprechend ihrer Lage separat geerntet und verarbeitet. Aus diesen Partien kommen rund zwölf Grundweine in die engere Auswahl. Jeder von ihnen wird in jenem Barrique ausgebaut, das seine Herkunft und seinen Charakter am besten unterstützt. Am Ende der Ausbauphase verkosten wir jedes Fass einzeln und stellen uns eine sehr einfache, aber entscheidende Frage: Ist dieser Wein „phantomable“? Besitzt er die Qualität, Tiefe und Eleganz, um Teil des Phantoms werden zu können?
Die ausgewählten Grundweine werden anschließend im Kreis von Family & Friends blind verkostet. Niemand weiß, welche Rebsorte, Lage oder welches Fass sich im Glas befindet. Danach erstellen und verkosten wir unterschiedliche Assemblagen, bis sich eine erste Ausgangscuvée herauskristallisiert.
Drei bis vier Tage später folgt die Fine-Tuning-Verkostung. Mit etwas Abstand werden die letzten Prozente abgestimmt und die finale Vermählung festgelegt. Erst danach wird der Vorhang gelüftet und aufgedeckt, welcher Grundwein aus welcher Rebsorte und Lage stammt.
Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen – und das ist auch wichtig. Die Diskussion ist Teil des Prozesses. Entscheidend ist, dass am Ende nicht die lauteste Stimme gewinnt, sondern die überzeugendste Cuvée im Glas.

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Wenn Sie an die Zukunft von „Das Phantom“ denken: Welche Rolle spielen Kreativität und Markeninszenierung heute für den Erfolg eines Weinguts, gerade auch bei einer jüngeren Generation von Weinliebhabern?
Marlene Kirnbauer:
Wir definieren „Das Phantom“ nicht über Punkte, Medaillen oder Bewertungen, sondern über Emotionen und unvergessliche Momente. Gerade eine jüngere Generation möchte nicht nur wissen, wie ein Produkt hergestellt wird. Sie möchte verstehen, wer dahintersteht, welche Haltung eine Marke vertritt und welche Geschichte sie erzählt. Kreativität schafft einen Zugang zum Wein, der nicht belehrend wirkt. Sie kann Menschen neugierig machen und ihnen zeigen, dass Weinkultur zeitgemäß, sinnlich und überraschend sein darf. Dabei geht es nicht darum, den Wein zu vereinfachen oder jedem kurzfristigen Trend zu folgen. Im Gegenteil: Eine starke Marke braucht eine klare Identität und muss über viele Jahre glaubwürdig bleiben. Die Inszenierung kann sich verändern. Die Qualität, die Haltung und die Handschrift dürfen es nicht. Für uns ist genau diese Verbindung aus Beständigkeit und Mut zur Weiterentwicklung die Zukunft einer erfolgreichen Weinmarke.
Wie würden Sie „Das Phantom“ ganz persönlich beschreiben?
Markus Kirnbauer:
„Das Phantom“ ist trotz seiner fast 40-jährigen Geschichte jung, dynamisch und immer am Puls der Zeit. Es besitzt Kraft, ohne schwer zu wirken, und Eleganz, ohne an Charakter zu verlieren.
Für mich ist es ein Wein voller Gegensätze: geheimnisvoll und vertraut, tiefgründig und gleichzeitig zugänglich, konsequent in seiner Identität und dennoch jedes Jahr neu. Es ist unsere Visitenkarte, unsere größte Verantwortung und vielleicht auch der beste Beweis dafür, dass eine starke Idee niemals alt werden muss.
