Zwischen Florentiner Palazzo, Wiener Grätzl und Palm Beach: Drei neue Hotels

Mit La Réserve Firenze, dem Schani City in Wien und dem Vineta in Palm Beach entstehen drei Häuser, die sich klar am jeweiligen Ort orientieren. In Florenz wird ein Palazzo zur privaten Residenz, in Wien wird ein Hotel Teil des Grätzls, in Palm Beach dominiert Retro-Glamour.

Von Yasmin El Mohandes
Dachterrasse im La Réserve Firenze mit Blick über die Dächer von Florenz

Die Dachterrasse von La Réserve Firenze eröffnet den Blick über Florenz. Foto: La Réserve Firenze

1: La Réserve Firenze eröffnet: Luxus Apartments im Palazzo in Florenz

Mit La Réserve Firenze betritt die Marke erstmals italienischen Boden und verabschiedet sich bewusst von der klassischen Hoteltypologie. Statt eines herkömmlichen Hauses eröffnet im Juni im Oltrarno ein restaurierter Palazzo aus dem 15. Jahrhundert, der eher wie eine private Residenz funktioniert. Das Oltrarno liegt auf der linken Seite des Arno und ist geprägt von kleinen Werkstätten, Märkten, Kirchen und einfachen Trattorien. Genau hier setzt das Haus an. Sechs Apartments, zwischen 176 und 225 Quadratmetern groß, mit ein bis drei Schlafzimmern, eigenen Küchen und großzügigen Wohnbereichen, schaffen ein Setting, das klar auf längeres Bleiben ausgelegt ist.

Die Arbeit von Gilles & Boissier folgt einer klaren Haltung. Bewahren, ohne zu konservieren. Historische Elemente wie Fresken, Stuck und freigelegte Holzbalken bleiben sichtbar, werden jedoch nicht inszeniert, sondern in eine zeitgenössische Ordnung überführt. Materialien wie Travertin aus Siena, traditionelles Cotto und lokale Steine bilden die Grundlage, ergänzt durch maßgefertigte Möbel und textile Schichten, die eine kontrollierte Dichte erzeugen. Auch die Kunst fügt sich ein. Werke aus der Sammlung der Eigentümer, darunter Lee Bae und Hans Hartung, sind Teil des Ganzen.

Die gemeinschaftlichen Bereiche bleiben überschaubar, aber durchdacht. Ein begrünter Innenhof, eine Bibliothek, ein Salon und ein Fitnessbereich strukturieren das Haus. Darüber liegt die Dachterrasse, die abends zum Treffpunkt werden dürfte. Drinks aus der kleinen Bar sind im Aufenthalt inbegriffen. Beim Essen gibt es keine festen Abläufe. Ein privater Koch kommt ins Apartment oder die Trattoria Camillo liefert Klassiker wie Bistecca alla Fiorentina oder Tagliatelle al Ragù. Es ist dieser Verzicht auf Vorgaben, der das Haus auszeichnet.

Wohnbereich im La Réserve Firenze mit historischer Decke und modernem Interior Design

Die Innenräume von La Réserve Firenze verbinden originale Architektur mit zeitgenössischem Design und schaffen eine wohnliche Atmosphäre im Oltrarno. Foto: La Réserve Firenze

Badezimmer im La Réserve Firenze mit Fresken-Decke im historischen Palazzo

Ein restaurierter Palazzo in Florenz wird bei La Réserve Firenze zum privaten Rückzugsort – mit originalen Fresken und großzügigen Badezimmern. Foto: La Réserve Firenze

Fitnessraum im La Réserve Firenze Hotel mit modernem Equipment im historischen Gebäude

Auch die funktionalen Bereiche wie der Fitnessraum sind in die Architektur des historischen Palazzo integriert und folgen dem ruhigen Gestaltungskonzept des Hauses. Foto: La Réserve Firenze

2: Schani City Wien: Neues Hotel in der Leopoldstadt im jüdischen Viertel

In der Großen Schiffgasse 10, mitten im historischen jüdischen Viertel der Leopoldstadt, eröffnet Ende April mit dem Schani City ein Hotel, das sich eng am Umfeld orientiert. Die Umgebung ist geprägt von Synagogen, kleinen Geschäften, traditionellen Lokalen und einer gewachsenen Mischung aus Wohn- und Stadtraum. Die Straßen sind dichter, weniger auf Inszenierung ausgelegt, stärker vom Alltag bestimmt. 126 Zimmer verteilen sich auf das Gebäude, darunter Twin- und Familienzimmer sowie auf Wunsch koschere Zimmer. Die Nutzung bleibt offen und richtet sich an Geschäftsreisende, Familien und Städtegäste gleichermaßen.

Im Inneren dominieren natürliche Materialien wie Holz, Stein, Baumwolle und Leinen. Die Innenarchitektur stammt vom Büro AllesWirdGut, die architektonische Umsetzung von Hoppe & Partner. Die Räume sind reduziert, ohne kühl zu wirken, und klar strukturiert. Kakteen und Palmen setzen einzelne Akzente. Der Innenhof bildet das Zentrum des Hauses. „Schani’s Oase“ ist als begrünter Rückzugsort angelegt und schafft einen ruhigen Bereich innerhalb des Gebäudes, der sich vom Stadtraum abhebt, ohne sich vollständig abzuschotten.

Mit dem „Hidden Room“ ergänzt eine Bar das Angebot, die sich im Tagesverlauf verändert. Tagsüber ruhig und zurückgenommen, am Abend mit Live-Musik und Lesungen. Die Getränkekarte verbindet klassische Wiener Barkultur mit eigenen Kreationen wie „Desert Rose“ oder „Red City“, ergänzt durch koschere Spirituosen. Auch kulinarisch bleibt das Angebot überschaubar. Im Mittelpunkt steht Pinsa, dazu kommen kleinere Gerichte wie Hummus-Variationen, gefüllte Datteln oder Tarte Tatin mit Ziegenkäse. Ein Hotel, das Teil des Viertels wird, nicht dessen Gegenpol.

Barbereich im Schani City Wien mit modernem Design und kosmopolitischer Atmosphäre

Die Bar im Schani City Wien verbindet Wiener Barkultur mit modernen Einflüssen und wird abends zum lebendigen Treffpunkt. Foto: Schani Wien

Lounge Bereich im Schani City Wien mit Sitznischen und modernem Interior Design

Der Lounge-Bereich im Schani City Wien verbindet ruhiges Design mit urbaner Atmosphäre und wird zum Treffpunkt im Haus. Foto: Schani Wien

3: Vineta in Palm Beach: Boutique-Hotel mit Retro-Glamour von Oetker

Palm Beach hat viele Hotels, doch nur wenige schaffen es, wirklich zur Adresse zu werden. Das Vineta, das jetzt unter der Flagge von Oetker Hotels neu eröffnet hat, bringt genau diese Qualität mit. Es verbindet Geschichte, Stil und ein sehr genaues Gespür für Atmosphäre.

Schon die Fassade zeigt, worum es hier geht. Mediterrane Revival-Architektur prägt das Haus seit fast einem Jahrhundert und bleibt auch jetzt bestimmend. Im Inneren wird dieses Erbe nicht kopiert, sondern weitergeführt. Tino Zervudachi arbeitet mit Weiß- und Blautönen, feinen Stoffen und warmen Materialien. Palmenmotive, Federn und kleine Verweise auf Sternbilder ergänzen die Räume, ohne sie zu dominieren. Alles wirkt durchdacht und gleichzeitig leicht. Mit 41 Zimmern und Suiten bleibt das Haus bewusst überschaubar. Es richtet sich an Gäste, die keine große Bühne suchen. Die Räume sind ruhig angelegt und wirken ausgewogen, ohne kühl zu werden.

Coco’s bildet das Zentrum des Hauses. Restaurant und Außenbereich gehen ineinander über und schaffen eine klare Verbindung. Terrakottatöne, üppiges Grün und eine Bar aus rotem Marmor geben dem Raum Struktur. Die Küche folgt mediterranen Klassikern und nimmt Bezug auf das Schwesterhotel du Cap-Eden-Roc. Dazu zählen Steak Diane, und de Eden Roc Wolfsbarsch.Weitere Highlights sind Crudo du jour, mediterranes Rotgarnelen-Carpaccio sowie ein Vineta Seafood Tower.

Am Pool wird es informeller. Mosaiken, Daybeds und eine muschelförmige Leiter lockern die Atmosphäre auf und versprühen Retro-Glamour. Für Tage am Strand bietet das Hotel einen individuell organisierten Service in unmittelbarer Nähe.Das Vineta in Palm Beach dürfte sich schnell zur ersten Adresse entwickeln.

Poolbereich im Vineta Hotel Palm Beach mit Liegen und Sonnenschirmen

Der Poolbereich im Vineta Palm Beach verbindet Retro-Glamour mit entspanntem Luxus und wird zum zentralen Treffpunkt des Hauses. Foto: The Vineta Hotel

Kaffee und Magazin im Vineta Palm Beach mit dekorativem Interior Detail

Kleine Details wie Textilien, Farben und Accessoires prägen die ruhige, durchdachte Atmosphäre des Vineta. Foto: The Vineta Hotel

Restaurant im Vineta Palm Beach mit mediterranem Design und warmen Farben

Das Coco’s verbindet Innen- und Außenraum und stellt mediterrane Küche ins Zentrum. Foto: The Vineta Hotel

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