Zeit der Manschette
Die „Classics Manchette“ von Frederique Constant knüpft an eine Tradition an, die seit fast einem Jahrhundert Mode, Schmuck und Uhrmacherei verbindet – und bis heute ihren Reiz bewahrt hat.

Manche Gegenstände haben die seltene Fähigkeit, eine ganze Epoche in sich zu tragen – ein Polaroidfoto zum Beispiel, oder ein Paar Plateauschuhe; eine Discokugel über der Tanzfläche. Die „Classics Manchette“ von Frederique Constant gehört in diese Kategorie. Der Begriff Manchette beschreibt einen Uhrentyp, bei dem das Armband den Ton angibt – das Gehäuse fügt sich ein, die Zeitanzeige wird Teil eines Schmuckobjekts. Seine Herkunft verdankt dieser Entwurf weniger der Uhrmacherei im engeren Sinn als vielmehr den wechselnden Vorstellungen von Stil, Mode und Eleganz des vergangenen Jahrhunderts.
Bereits in der Art-déco-Zeit der 1920er- und 1930er-Jahre entstanden erste Entwürfe, bei denen die Zeitanzeige in ein dekoratives Ensemble integriert wurde; geometrische Formen, klare Linien und strukturierte Oberflächen bestimmten die Gestaltung. Ihre vielleicht bekannteste Blüte erlebte die Manchette in den 1970er-Jahren: Breite Metallflächen, markante Accessoires und die enge Verbindung von Schmuck und Mode entsprachen dem Zeitgeist jener Jahre. Das Handgelenk war keine funktionale Zone, sondern Teil der Inszenierung – wer übergroße Sonnenbrillen und Plateauschuhe trug, hatte meist auch keine Scheu vor breiten Armreifen oder auffälligen Manschetten. Und wie viele starke Designideen kehrte auch die Manchette immer wieder zurück: Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre erlebte der Uhrentyp eine Renaissance – neben Patek Philippe, Chaumet, Ebel oder Baume & Mercier setzte auch Frederique Constant auf eine eigene Interpretation der Manchette.

Mit der 2025 lancierten „Classics Manchette“ knüpft die Marke an diese Tradition an. Das Clou-de-Paris-Muster zieht sich über das siebenreihige Gliederband, das quadratische Gehäuse fügt sich nahtlos ein. Auf den ersten Blick wirkt die Uhr wie ein Schmuckobjekt, erst auf den zweiten wie ein Zeitmesser. Die aktuellen Ergänzungen der Kollektion zeigen, wie wandelbar diese Grundidee geblieben ist – besonders das türkisfarbene Mineralzifferblatt bringt jene Lust an Farbe zurück, die einst fester Bestandteil modischer Selbstinszenierung war; die natürliche Maserung macht jedes Exemplar zum Unikat. Zusammen mit dem goldfarbenen Gehäuse entsteht eine Kombination, die an die Schmuckwelt der 1970er-Jahre erinnert, ohne nostalgisch zu wirken. Einen anderen Akzent setzt die Ausführung mit schwarzem Onyx: Der Naturstein bildet eine nahezu geschlossene Fläche, aus der lediglich Zeiger und Signatur hervortreten.
Gold und Schwarz zählt zu den beständigsten Paarungen der Schmuckgeschichte – das Zusammenspiel wirkt klar, reduziert und unabhängig von kurzfristigen Trends. Die dritte Neuheit setzt auf ein mintfarbenes Sonnenschliff-Zifferblatt in Kombination mit Edelstahl. Je nach Lichteinfall verändert sich die Oberfläche, mal silbrig, dann wieder grün oder beinahe transparent. Dieselbe Form erhält dadurch einen völlig anderen Ausdruck. Interessanter als die Frage nach der schönsten Variante ist, wie selbstverständlich dieser Uhrentyp heute wieder wirkt. Vielleicht, weil gute Ideen nicht verschwinden – sie warten einfach auf ihren nächsten Auftritt …
Fotos: Frederique Constant
