Wer jetzt die Laufstege erobert
London, Mailand, Paris: Wenn Mitte September die großen Fashion Weeks beginnen, geht es längst nicht mehr nur um neue Kollektionen. Es geht um Premieren, Comebacks und die Frage, welche Namen die Mode der kommenden Saison prägen werden.

London macht vom 17. bis 21. September den Anfang und setzt auf Heimkehr. Alexander McQueen zieht von Paris zurück in die britische Hauptstadt. Für Seán McGirr wird die Show am 20. September damit doppelt wichtig: Es ist sein London-Debüt bei McQueen und zugleich seine erste gemeinsame Männer- und Frauenkollektion auf britischem Boden. Auch Mulberry meldet sich zurück. Nach sechs Jahren Pause steht das britische Traditionshaus wieder auf dem offiziellen Kalender und präsentiert die erste Runway-Kollektion von Christopher Kane für die Marke.
Dazu kommen Burberry, Erdem und Simone Rocha sowie eine neue Generation von Designern. Francesca Lake, Gui Rosa und Petra Fagerström feiern ihr Newgen-Laufstegdebüt. London zeigt damit ziemlich deutlich, worauf es dem British Fashion Council ankommt: Tradition zurückholen, Nachwuchs fördern und die eigene kreative Identität stärken. Und weil eine Fashion Week längst auch eine Frage des Formats ist, darf H&M nicht fehlen. Gemeinsam mit Nick Knight und ShowStudio soll die klassische Runway-Show neu gedacht werden. Was genau dabei passiert? Offen. Und gerade deshalb interessant.

© Prada

© Prada

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In Mailand wird es vor allem bei den großen Häusern spannend. Prada eröffnet die Fashion Week am 22. September - ungewöhnlich früh für das Haus, das damit von seinem traditionellen Termin abrückt. Insgesamt stehen 60 Termine auf dem vorläufigen Kalender. Bei Fendi steht Maria Grazia Chiuri vor ihrer zweiten Ready-to-wear-Kollektion für das Haus, während Etro nach dem Abschied von Marco De Vincenzo erstmals wieder auf den Laufsteg tritt.
Der Freitag gehört dann den großen Personalien: Demna präsentiert seine erste Frühjahr/Sommer-Kollektion für Gucci. Gleichzeitig übernimmt bei Moschino ein neues Duo das kreative Ruder: Loris Messina und Simone Rizzo, die Gründer von Sunnei, zeigen ihre erste Kollektion für das Haus. Auch Marques’Almeida und Miguel Vieira gehören zu den Debütanten im Mailänder Kalender. Mailand steht damit vor einer besonders interessanten Mischung: Traditionshäuser, neue Kreativdirektoren und Marken, die ihre Identität gerade neu definieren.

© Chanel Look

© Chanel Look

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Am 28. September folgt Paris. Vom 28. September bis zum 6. Oktober stehen 68 Shows und insgesamt 101 Veranstaltungen auf dem vorläufigen Programm. Auch hier dreht sich vieles um Neuanfänge. Drew Henry zeigt seine erste Kollektion für Courrèges, während Maison Margiela nach einer Saison in Shanghai nach Paris zurückkehrt. Valentino ist ebenfalls wieder dabei.
Gleichzeitig verschieben sich vertraute Rituale: Miu Miu wechselt auf den Sonntag, Chanel bleibt seinem Montagabend treu. Und zwischen Chloé, Balenciaga, Rick Owens, Schiaparelli, Loewe und Hermès wird deutlich, dass Paris weiterhin der Ort ist, an dem sich die großen Namen zum Schluss noch einmal versammeln. Doch auch neue Stimmen bekommen Raum. Maxhosa Africa feiert am Eröffnungstag sein Runway-Debüt, während andere Labels nach Pausen zurückkehren oder vom klassischen Laufsteg ins Präsentationsformat wechseln.
Drei Städte, drei unterschiedliche Temperamente und ungewöhnlich viele Häuser, die gerade ihre Karten neu mischen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wohin die Reise geht.
