Von „Emily in Paris“ nach Wien
Eine Tasche, die in einer Netflix-Serie auftaucht, am Arm der Princess of Wales landet und in Paris lange Schlangen verursacht: Polène hat sich in wenigen Jahren international etabliert. Am 22. Oktober eröffnet die französische Marke ihren ersten Store in Österreich.

Vor dem Polène-Geschäft in der Pariser Rue de Richelieu kann man schon einmal 45 Minuten warten. Die Schlange veranschaulicht am besten den Aufstieg der französischen Taschenmarke, deren internationaler Erfolg eng mit „Emily in Paris“ verbunden ist. Bereits 2020, in der ersten Staffel, waren Polène-Taschen zu sehen. In der zweiten Staffel trugen gleich drei Figuren Modelle der damals noch jungen Marke. Plötzlich war Polène Teil einer Netflix-Serie mit Millionenpublikum rund um die Welt.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Catherine, Princess of Wales. 2022 erschien sie in Manchester mit der dunkelblauen „Numéro Sept Mini“ und trug dieselbe Tasche im Februar 2023 bei einem Besuch eines Pflegeheims in Slough erneut. Nach ihrem ersten Auftritt war das dunkelblaue Modell ausverkauft. Als Polène sie wieder anbot, wurde eine Lieferzeit von sechs Wochen angekündigt. Schon nach wenigen Tagen war auch diese Wartezeit hinfällig.
Jetzt kommt Polène nach Wien. Die Marke eröffnet am 22. Oktober offiziell ihren ersten österreichischen Store am Michaelerplatz 2, direkt neben der Hofburg. Bis vor kurzem befand sich hier der MCM-Store, der inzwischen in die Wallnerstraße übersiedelt ist.





Für Polène ist Wien ein weiterer Schritt in einer erstaunlich schnellen internationalen Expansion. Paris, Tokio, New York, Seoul, London, Mailand. Die Marke ist erst seit 2016 auf dem Markt. Und inzwischen interessiert sich auch die größte französische Luxusgruppe für das Unternehmen. Im August 2024 übernahm LVMH über L Catterton eine Minderheitsbeteiligung an Polène.
Dabei ist Polène eine Familiengeschichte. Antoine, Mathieu und Elsa Mothay gründeten die Marke in Paris. Ihr Urgroßvater hatte bereits mit Saint James ein französisches Modeunternehmen aufgebaut. Die Geschwister entschieden sich allerdings für einen anderen Weg. Keine großen Logos, keine möglichst schnelle Erweiterung der Kollektion, sondern Taschen, deren Formen selbst zum Wiedererkennungsmerkmal werden sollten. Das zeigt sich besonders an der „Numéro Un“, dem ersten Modell der Marke. Ihre ineinandergreifenden Rundungen und die gefalteten Lederpartien geben der Tasche eine Form, die man inzwischen auch ohne Logo erkennt.
© Fotos: Polène
