Vom Museum bis zum Gelato: Pomellato in Paris

Was haben Helmut Newton, ein Eiswagen und farbige Edelsteine gemeinsam? In Paris führt die Antwort derzeit vom Palais de Tokyo bis ins The Peninsula und erzählt dabei die Geschichte des italienisches Schmuckhauses Pomellato.

Den Ausgangspunkt bildet das Palais de Tokyo. Die Ausstellung „Pomellato: Le Joaillier Révolutionnaire“ erzählt die Geschichte des Mailänder Schmuckhauses. Nur wenige Straßen weiter greift das The Peninsula Paris dieselbe Erzählung auf, allerdings nicht nur in Vitrinen, sondern auch auf der Dessertkarte. Dass Pomellato heute als eine der prägenden Marken des italienischen Schmuckdesigns gilt, hat weniger mit einzelnen Kollektionen zu tun als mit einem veränderten Verständnis von Schmuck. Als das Unternehmen 1967 gegründet wurde, dominierten klassische Vorstellungen von Luxus: Schmuck galt als Wertanlage, Statussymbol oder Geschenk. Pomellato setzte dem eine andere Idee entgegen. Die Entwürfe sollten im Alltag getragen werden, farbige Edelsteine rückten an die Stelle klassischer Diamanten, und die Trägerin stand stärker im Mittelpunkt als das Objekt selbst.

Die Pariser Ausstellung erzählt diese Entwicklung anhand von Schmuckstücken, Skizzen und Fotografien. Zu sehen sind Arbeiten von Helmut Newton, Herb Ritts, Gian Paolo Barbieri oder Michel Comte, die Pomellatos Bildsprache über Jahrzehnte mitprägten. Auffällig ist, wie sehr sich die Kampagnen von der klassischen Schmuckfotografie ihrer Zeit unterschieden. Die Juwelen erscheinen nicht als isolierte Luxusobjekte, sondern als Teil einer Persönlichkeit. Die Frauen auf den Bildern wirken weder dekorativ noch entrückt. Sie sitzen im Café, stehen am Strand oder liegen in der Badewanne – der Schmuck gehört zum Leben und nicht zur Vitrine.

Nur wenige Gehminuten entfernt setzt sich die Geschichte im The Peninsula Paris fort. Auf der Kléber-Terrasse hat Patissière Anne Coruble drei Gelato-Sorten entwickelt, inspiriert von der Nudo-Kollektion. Rhabarber und Gurke, Bergamotte und Ingwer sowie Amaretti greifen dabei nicht die Form der Schmuckstücke auf, sondern ihre Farbigkeit. Statt Edelsteinen stehen Aromen im Mittelpunkt. Im Hotel präsentiert eine Pop-up-Boutique ausgewählte Schmuckstücke von Pomellato, darunter die Nudo-Kollektion. Wer anschließend vor den Vitrinen steht, hat sich ihre Farbwelt womöglich kurz vorher noch auf der Zunge zergehen lassen.

Fotos: The Peninsula Paris

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