Vom Disney Channel zu Prada
Als neue Markenbotschafterin von Prada Paradoxe erweitert Zendaya ihr Portfolio um eine weitere Luxusmarke. Warum heute nahezu jedes Modehaus mit der Schauspielerin zusammenarbeiten möchte.

© Foto: Prada Beauty
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Bei der Premiere von „Dune: Part Two“ trug Zendaya einen Roboteranzug aus Thierry Muglers Couture-Kollektion von 1995. Binnen Minuten war das Bild überall. Dabei war es längst nicht der erste Auftritt, mit dem die Schauspielerin bewies, dass sie den roten Teppich als Bühne versteht und nicht als Fotowand.
Zendaya ist Schauspielerin, Produzentin und eine der Personen, deren Kleidung nach Filmpremieren mindestens so ausführlich besprochen wird wie der Film selbst. Nun kommt ein weiterer Job hinzu. Prada Beauty hat die 29-Jährige zur globalen Markenbotschafterin für den Duft „Prada Paradoxe“ ernannt.
An prominenten Werbegesichtern mangelt es der Kosmetikindustrie nicht. Zendaya allerdings ist längst selbst eine Marke. 183 Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram, obwohl sie die Plattform vergleichsweise selten nutzt. Bulgari wirbt mit ihr, Louis Vuitton ebenfalls, der Schweizer Sportartikelhersteller On hat sie verpflichtet und seit 2025 gehört sie zu den Markenbotschafterinnen von Rolex. Jetzt also Prada Beauty.
Begonnen hat diese Karriere beim Disney Channel. Zendaya Maree Stoermer Coleman wuchs in Oakland auf, spielte als Kind Theater, tanzte Hip-Hop und arbeitete als Model. Mit 13 bekam sie eine Hauptrolle in der Disney-Serie „Shake It Up“. Es wurde gesungen und getanzt, die Kleidung war bunt, die Zielgruppe jung. Dass aus diesem Kinderstar einmal eine zweifache Emmy-Gewinnerin werden würde, war damals nicht abzusehen.
Der Wechsel gelang ohne den öffentlich ausgetragenen Bruch mit der eigenen Vergangenheit, der ehemalige Kinderstars häufig begleitet. Zendaya spielte MJ in den „Spider-Man“-Filmen, Rue Bennett in „Euphoria“, Chani in Denis Villeneuves „Dune“ und schließlich die Tennistrainerin Tashi Duncan in Luca Guadagninos „Challengers“. Bei letzterem Film war sie auch Produzentin. Für „Euphoria“ gewann sie zweimal den Primetime Emmy als beste Hauptdarstellerin. Aktuell ist sie in „Spider-Man: Brand New Day“ und Christopher Nolans „The Odyssey“ auf der Kinoleinwand zu sehen.
Fast gleichzeitig mit ihrer Schauspielkarriere verlief eine zweite Karriere, die sich auf roten Teppichen abspielte. Seit Zendaya 14 Jahre alt ist, arbeitet sie mit dem Stylisten Law Roach zusammen. Die beiden verstanden früh, dass eine Premiere nicht nur ein Termin ist, bei dem Schauspieler vor einer Fotowand stehen. Sie kann auch Teil des Films werden.
Für die Pressetour von „Dune: Part Two“ erschien Zendaya wie erwähnt in einem transparenten Metallanzug aus Thierry Muglers Couture-Kollektion von 1995. Zu „Challengers" trug sie Kleider, die an Tennisplätze, Netze und Tennisbälle erinnerten. Inzwischen gibt es für diese Art der Garderobe einen Begriff: Method Dressing. Zendaya und Roach haben das Prinzip nicht erfunden, aber kaum jemand betreibt es mit vergleichbarer Konsequenz.
Dabei liegt ein Teil ihrer Wirkung darin, dass Zendaya außerhalb solcher Auftritte wenig von sich preisgibt. Auf dem roten Teppich lässt sie sich in einen Mugler-Roboter stecken, privat wird sie eher in Jeans und Turnschuhen fotografiert. In Interviews erzählt sie, soziale Medien machten ihr Angst. Das hindert Millionen Menschen nicht daran, dort jeden ihrer Auftritte zu verfolgen.
Für Prada Beauty kommt die Zusammenarbeit zum richtigen Zeitpunkt. Mit „Prada Paradoxe Sweet Chemistry“ erweitert das Haus seine Duftlinie um eine neue Variante mit Johannisbeere, Orangenblüte und einem Neroli-Milch-Akkord. Die Kampagne inszeniert Oscar-Preisträger Barry Jenkins (Moonlight).
Zendaya erzählt, sie habe Paradoxe schon getragen, bevor Prada sie ansprach. Ob das für den Erfolg der Zusammenarbeit entscheidend ist, lässt sich schwer messen. Entscheidend ist etwas anderes: Kaum jemand bewegt sich heute so selbstverständlich zwischen Hollywood und Haute Couture. Zendaya hat den Sprung vom Disney-Star zur Emmy-Preisträgerin geschafft, spielt in Marvel-Blockbustern ebenso wie bei Denis Villeneuve und Luca Guadagnino und prägt mit ihren Auftritten regelmäßig die Diskussionen der Modewelt.
Vielleicht ist genau das ihr größter Wert für Luxusmarken. Zendaya verkauft keine Fantasiefigur. Sie steht für eine Generation, die sich nicht auf eine Rolle festlegen lässt. Schauspielerin, Produzentin, Modeikone, Werbegesicht. Alles gleichzeitig, ohne dass es inszeniert wirkt. Genau deshalb passt sie derzeit zu fast jedem Luxushaus. Und genau deshalb nun auch zu Prada.
