Valentino Beauty: Duftliebe ohne Umwege
Mit AMOUR SANS DÉTOUR, dem 8. Duft der Niche Couture Kollektion „Anatomy of Dreams“, setzt das Haus seine olfaktorische Reise durch imaginäre Räume fort, in denen Erinnerungen, Verlangen, Instinkt und Eleganz ineinanderfließen.

Ein römischer Palazzo, ein Raum voller Geheimnisse und mittendrin ein Ort, der für Valentino Beauty zum Ausgangspunkt einer neuen Duftgeschichte wird. Im Mittelpunkt steht diesmal der intimste aller Orte, das Boudoir. Kreiert wurde die Komposition von Meister Parfümeur Yann Vasnier, der zarte, pudrige Veilchen Nuancen mit einem geschmeidigen italienischen Leder Akkord verbindet und so einen Duft erschafft, der zugleich subtil und provokant ist.
Wir haben mit dem Parfümeur über die Idee hinter AMOUR SANS DÉTOUR gesprochen und darüber, wie man Emotionen in Düfte übersetzt.

DIVA: Was war der erste Impuls bei der Entwicklung von Amour Sans Détour?
YANN VASNIER: Es begann mit der Idee von einer Reise durch einen römischen Palazzo. Diese führte dann in einen kleineren, intimeren Raum, in dem alles passieren kann. Der Ursprung war, rund um Leder zu arbeiten, als starkes Element für VALENTINO.
DIVA: Der Duft vereint Leder mit Veilchen und anderen Nuancen. Wie entsteht der Dialog zwischen dieser weichen Sinnlichkeit und Leder?
YANN VASNIER: Veilchen und Leder sind beide schwierige Duftnuancen, weil sie sehr charakteristisch sind. Beim Veilchen kann der Duft kaum aus der Blüte gewonnen werden, deshalb haben wir über das Veilchenblatt gearbeitet. Das hat diese knackige grüne Facette, fast wie Gurke, sehr vegetal, sehr tief. Die florale Idee in dem Duft entfaltet sich subtil, fast wie ein feines Schmuckstück.
DIVA: Wie wichtig ist Emotion als Startpunkt für einen neuen Duft?
YANN VASNIER: Sehr wichtig. Hier war es ganz klar Intimität, Sinnlichkeit, Sexualität, Nähe, Haut. Das war der emotionale Ausgangspunkt.
DIVA: Gibt es Emotionen, die Sie unmöglich in einen Duft übersetzen können?
YANN VASNIER: Ich glaube, ein Duft kann sehr viel ausdrücken, aber er bleibt immer offen für Interpretation. Menschen sehen Farben, hören Musik, sie verbinden völlig andere Bilder damit. Das ist manchmal überraschend, aber eigentlich sehr bereichernd.
DIVA: AMOUR SANS DÉTOUR gehört zur Niche Couture Kollektion. Was bedeutet Nische für Sie?
YANN VASNIER: Für mich ist es ein Raum, in dem wir mit kostbareren Materialien spielen können, oft in höheren Mengen. Und es ist ein Ort für Connaisseurs.


DIVA: Was verraten Duftentscheidungen über Menschen?
YANN VASNIER: Menschen sind in Sachen Duft viel passionierter geworden. Sie lieben es, über ihren Duft zu sprechen. Sie erzählen, was sie entdeckt haben, welche Ingredienzien sie mögen, welche Dosierungen sie spannend finden. Es ist fast wie Sammeln. Das ist wirklich interessant.
DIVA: Hat sich die Bedeutung von Luxus in der Duftwelt in den letzten Jahren verändert?
YANN VASNIER: Luxus wird stärker über Exklusivität und Bewusstsein gelesen. Selbst sehr junge Leute interessieren sich heute für Inhaltsstoffe. Früher war das viel seltener. Heute sind Menschen viel informierter und neugieriger. Ein Signature-Duft gehört mittlerweile zu einer guten Garderobe.
DIVA: Wissen Sie immer sofort, wenn ein Duft „fertig“ ist und nicht weiter verändert werden sollte?
YANN VASNIER: Wenn man ihn trägt und Menschen im Labor oder im Büro spontan kommentieren, ist das ein sehr gutes Zeichen. Aber ehrlich gesagt: Ich entscheide es nicht allein. Am Ende gibt es eine Deadline. Sonst könnte ich wohl ewig weitermachen.
DIVA: Bei der Kreation eines neuen Duftes: Wieviel ist Instinkt und wie viel präzises Handwerk?
YANN VASNIER: Am Anfang ist es reiner Instinkt. Wenn man das Konzept bekommt, geht man in alle Richtungen, probiert alles aus. Das ist die aufregendste Zeit. Danach kommt das Handwerk, das Polieren, die technische Präzision, damit es performt, länger hält und ausgewogen ist.
DIVA: Wer sollte AMOUR SANS DÉTOUR tragen?
YANN VASNIER: Jemanden mit Charakter, selbstbewusst, glamourös, stark. Aber nicht unbedingt sehr laut. Eher zurückhaltend und trotzdem sicher. Der Duft ist unisex, nicht zu süß, nicht gourmandig, nicht zu floral. Er entwickelt sich auf jeder Haut anders. Auf manchen Menschen wird er würziger und ledriger, auf anderen weicher und moschusartiger.
DIVA: Gibt es einen Duft aus Ihrer Kindheit, der Sie bis heute beeinflusst?
YANN VASNIER: Ja. Frische Frühlingsblumen. Hyazinthen, Narzissen, Maiglöckchen, diese Art von Noten.
DIVA: Wenn Sie einen Duftmoment für immer konservieren könnten, welcher wäre das?
YANN VASNIER: Als Kinder haben meine Brüder und ich am 1. Mai Maiglöckchen gepflückt und verkauft. Wir hatten unglaublich viele davon. Das ist eine sehr glückliche Erinnerung.




