Sonne, Strand, Stars

Vom Katy-Perry-Konzert an der Costa Smeralda bis zum Dinner mit Daniel Humm an der Ägäis: Luxusresorts entwickeln sich zu kuratierten Erlebniswelten. 

Von Alexander Pfeffer


Cala di Volpe × Private Concert

Das „Cala di Volpe“ ist ein Hotel, das man ­erstaunlich schwer beschreiben kann, ohne in Klischees ab­zurutschen. Natürlich gibt es hier Yachten, perfekt gebräunte Menschen und diesen fast absurd schönen Blick auf die Costa Smeralda – aber das Interessante am „Cala di Volpe“ war nie bloß der Glamour, sondern die Art, wie er hier funktioniert: geheimnisvoll, leicht ex­zentrisch und voller guter Geschichten. Vielleicht beginnt alles schon mit der Architektur: Jacques Couëlle, der das Hotel in den Sechzigern entwarf, wollte kein klassisches Luxushotel bauen, sondern eher ein bewohnbares Kunstwerk. Verwinkelte Gänge, geschwungene Wände, grober Putz, schwere Hölzer – manches erinnert eher an eine surrealistische Filmkulisse als an ein Grandhotel. Couëlle war mit Picasso und Dalí befreundet, und manchmal glaubt man, das dem Gebäude tatsächlich anzusehen. 

Endgültig zur Legende wurde das Haus als Bond-Kulisse: Während der Dreharbeiten zu „Der Spion, der mich liebte“ mit Roger Moore sollen Gäste manchmal gar nicht gewusst haben, ob sie gerade in einem Filmset oder einfach nur in ihrer Hotelbar sitzen. Und auch heute noch kultiviert das „Cala di Volpe“ mit den „Gala Nights“ diese besonderen Nächte: Nach Auftritten von Mariah Carey und Jennifer Lopez wird am 12. August Katy Perry die Bühne übernehmen – kein Stadion, keine Distanz, sondern ein Privatkonzert am Mittelmeer, während draußen die Bucht glitzert und Champagnergläser klirren … hotelcaladivolpe.com



Forte Village × Tennis Clinic 

Das „Forte Village Resort“ ist kein Resort, in dem man zufällig sportlich wird – eher eines, in dem man plötzlich wieder Lust bekommt, ehrgeizig zu sein: Während am Meer die Sonne langsam den Sand aufheizt, laufen Kinder bereits Richtung Fußballplatz, andere Gäste brechen zu Fahrradtouren auf und am Strand werden die ersten Boards ins Wasser gezogen. 

Das Überraschende am „Forte Village“ ist nämlich nicht der Luxus; den erwartet man ohnehin. Überraschend ist vielmehr, wie selbstverständlich hier Spitzensport Teil des Alltags geworden ist: Es gibt eine Fußball-Clinic der Real Madrid Foundation, eine Ettore Messina Basketball Academy by Olimpia Milano, Fechtstunden mit den Olympiasiegern Lee Kiefer und Gerek Meinhardt, dazu Boxen, Padel, Rugby, Segeln oder Go-Kart geleitet von Ex-Champion Paolo Gagliardini. Das Ganze klingt zunächst nach Overkill, wirkt vor Ort aber erstaunlich stimmig – im „Forte Village“ sieht selbst Leistungssport nach Feriengefühl aus. 

Das Herz des „Forte Village“ schlägt allerdings auf rotem Sand, denn Tennis passt perfekt zur Atmosphäre des Resorts: professionell, stilvoll, leicht elitär und dennoch entspannt. Zwischen Pinien und Palmen liegen zwölf Sandplätze, auf denen seit Jahren internationale Tennisgrößen unterrichten. Mit Emilio Sánchez, Magnus Larsson und Ernests Gulbis kommen auch heuer wieder große Namen nach Sardinien. Im Mittelpunkt steht jedoch Pat Cash, der von 20. Juli bis 3. August Clinics geben wird – Wimbledon-Sieger, Publikumsliebling und eine der charismatischsten Figuren des Tennissports. Das Besondere dabei: Die Stars bleiben hier nicht auf Distanz, sondern stehen mit den Gästen auf dem Court. fortevillageresort.com



Soneva Fushi × Surf Retreat

Im „Soneva Fushi“ hat man irgendwann das Gefühl, dass die Welt außerhalb der Insel einfach aufgehört hat, wichtig zu sein: Man bewegt sich barfuß durch die Insel, schaut morgens auf den endlosen Indischen Ozean und verliert dabei völlig das Gefühl für Zeit. Gleichzeitig steckt hinter dieser entspannten Atmosphäre ein erstaunlich ambitioniertes Konzept – es gibt eine Sternwarte mitten im Dschungel, Kino unter freiem Himmel, ein Restaurant in den Baumwipfeln und Wellnessprogramme, die eher wie kleine Selbstfindungsreisen wirken als klassische Spa-Behandlungen. 

Und dann ist da noch das Meer. Im „Soneva Fushi“ ist es ­keine Kulisse, sondern der eigentliche Mittelpunkt des Resorts. ­Gäste ­tauchen mit Mantarochen, segeln zwischen Sandbänken oder schnorcheln stundenlang unter Wasser. Im Sommer bekommt ­diese entspannte Inselwelt einen prominenten Surf-Begleiter: Luke ­Stedman. Von 15. bis 30. Juli wird der australische Surfstar ­heuer Retreats leiten. Der 49-Jährige stammt aus einer ­legendären Surf-Familie – sein Vater Shane war Surfboard-Designer, Szene­reporter und Erfinder der ikonischen Ugg-Boots. Luke selbst gewann später den Titel „Rookie of the Year“, besiegte Ikonen wie Kelly ­Slater und schaffte es bis in die Top Ten der Welt.

Morgens geht es noch vor Sonnenaufgang hinaus zu den ­Wellen, später folgen Videoanalysen, Techniktraining und neue ­Sessions draußen auf dem Wasser. Abends sitzt man barfuß im Sand und diskutiert beim Sunset-Drink über Strömungen, Boards und den perfekten Take-off. Genau das macht den Zauber dieses ­Ortes aus: selbst außergewöhnliche Erlebnisse vollkommen selbstverständlich wirken zu lassen … soneva.com



Sani Resort × Gourmet Festival

Über das „Sani Resort“ könnte man problemlos mehrere Geschichten gleichzeitig erzählen – über die Rafa Nadal Academy etwa, in der selbst im Hochsommer erstaunlich ehrgeizig Tennis trainiert wird; über die Chelsea FC Football Academy, wo Kinder über die Plätze sprinten, als stünde morgen ein Champions-League-Finale an; oder über die Bear Grylls Survival Academy, bei der Familien mitten in der Pinienlandschaft des Resorts Überlebenstechniken erlernen. 

Aber irgendwann landet man beim Essen, und hier setzt „Sani Gourmet“ an: Von 10. Juli bis 7. August bringt das Resort heuer einige der wichtigsten Namen der internationalen Spitzengastronomie an die Ägäis. Den Auftakt macht Pierre Gagnaire – als einer der einflussreichsten Köche seiner Generation prägte er die moderne Haute Cuisine weit über Frankreich hinaus; heute tragen mehr als 20 Restaurants in acht Ländern seinen Namen. Am 17. Juli folgt das „Disfrutar“, das 2024 zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde. Hinter dem Konzept stehen die „elBulli“-Veteranen Mateu Casañas, Oriol Castro und Eduard Xatruch. Ab 24. Juli übernimmt die vielfach ausgezeichnete Pía León aus Lima die Küche des Resorts, danach kommt am 31. Juli Albert Adrià mit seinem Zwei-Sterne-Restaurant „Enigma“; Gäste erleben bei ihm nahezu alle existierenden Kochtechniken. Den Abschluss bildet Daniel Humm, der Schweizer Starkoch hinter dem Drei-Sterne-Restaurant „Eleven Madison Park“ in Manhattan. Seine kompromisslose Herangehensweise an Fine Dining inspirierte sogar die gefeierte Serie „The Bear“ – das ist die wohl köstlichste Geschichte, die man über das „Sani Resort“ erzählen kann … sani-resort.com

Fotos: Cala di Volpe/Forte Village/Soneva Fushi/Sani Resort/Getty Images

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