Eine italienische Liaison am Wiener Ring
Seit zwanzig Jahren verbindet Minotti Wien by Spätauf italienische Designkultur mit Wiener Wohntradition. Zum Jubiläum präsentiert das Haus seine neue 2026 Collection und erzählt zugleich eine Geschichte über die Kunst des Wohnens, den Wandel des Geschmacks und eine bemerkenswerte Partnerschaft.

Mit Ruffle entwirft das Designerduo GamFratesi für Minottis 2026 Collection eine großzügige Sitzlandschaft, deren weich geschwungene Silhouette und rhythmische Polsterung dem Raum eine sinnliche Tiefe verleihen.
Das sanfte Licht eines sorgfältig komponierten Interieurs, ein Filmklassiker, ein Glas erlesener Whisky. Ein Abend, an dem sich die Kunst des Wohnens in den kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens offenbart. Bis sich eine ganz alltägliche Frage stellt: Wohin mit dem Glas? Für das italienische Designhaus Minotti liegt genau in solchen Momenten der Ursprung guten Designs. Nicht in der Suche nach einer möglichst außergewöhnlichen Form, sondern in der Beobachtung des Lebens. Was brauchen wir, um uns wohlzufühlen? Wie bewegen wir uns durch einen Raum? Und welche Rolle spielen die Dinge, mit denen wir uns umgeben?
Von der Tradition zur Moderne
Diese Philosophie begleitet Minotti seit Jahrzehnten. In Wien hat sie eine besondere Geschichte, die eng mit der Familie Spätauf verbunden ist. Als diese vor rund 35 Jahren begann, sich intensiver mit zeitgenössischer Einrichtung auseinanderzusetzen, war der österreichische Markt noch stark von klassischen Möbeln und Antiquitäten geprägt. Die Familie selbst kam ursprünglich aus dem Antiquitätenhandel. Moderne Wohnkonzepte, wie sie heute selbstverständlich erscheinen, waren damals keineswegs etabliert.




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Minotti eröffnete eine neue Perspektive. Das italienische Unternehmen betrachtete Möbel nie als isolierte Objekte, sondern als Teil eines umfassenden Lebensraums. Ein Sofa sollte mit dem Teppich, dem Tisch, den Materialien und der Architektur in Beziehung treten. „Minotti hat nie nur an das Sofa gedacht. Es ging immer um das gesamte Konzept“, heißt es im Gespräch über die Entwicklung der Marke. 2006 eröffneten die Familien Minotti und Spätauf am Wiener Parkring den ersten europäischen Flagship Store des Designhauses. Zugleich war Wien der erste internationale Franchise Monobrand Standort und damit ein bedeutender Ausgangspunkt für die weltweite Expansion. Was damals begann, entwickelte sich zu einer Partnerschaft, die bis heute von einem gemeinsamen Verständnis für Gestaltung und Qualität getragen wird.
Dass diese Geschichte gerade in Wien ihren Anfang nahm, erscheint rückblickend durchaus passend. Die Stadt besitzt jene seltene Fähigkeit, ihre Vergangenheit zu bewahren und gleichzeitig Raum für Neues zu schaffen. Eine Eigenschaft, die auch Minotti für sich beansprucht. „Es gibt eine klassische Seele, aber zugleich eine Modernität, die sich weiterentwickelt. Und in Wien geschieht das mit großem Respekt vor dem Ursprung der Stadt“, beschreibt Roberto Minotti die besondere Verbindung zwischen Wiener Tradition und zeitgenössischer Gestaltung.


Die Verbindung reicht dabei tiefer als eine gemeinsame Vorliebe für schöne Architektur. Josef Hoffmann und Otto Wagner werden im Gespräch als wichtige Inspirationsquellen genannt. Beide verstanden Gestaltung als zusammenhängende Disziplin, in der sich die große architektonische Idee bis in das kleinste Detail fortsetzt. Vom Gebäude über die Einrichtung bis zum Türgriff entstand eine gestalterische Einheit. Ein Gedanke, der sich auch in der Philosophie von Minotti wiederfindet.
Italienische Eleganz in neuer Form
Zwanzig Jahre nach der Eröffnung wird diese Verbindung am Parkring erneut sichtbar. Anlässlich des Jubiläums präsentiert Minotti Wien by Spätauf die 2026 Collection. Im Mittelpunkt stehen drei neue Sitzprogramme internationaler Designer: Ruffle von GamFratesi, Orion von Giampiero Tagliaferri und Softcase von Hannes Peer. Unterschiedliche gestalterische Handschriften, vereint durch den Anspruch, zeitgenössisches Wohnen immer wieder neu zu interpretieren. Der von Minotti Studio gestaltete Flagship Store bildet dafür eine ebenso elegante wie zurückhaltende Kulisse. Auf zwei Ebenen entfaltet sich eine Architektur aus klaren Proportionen, großzügigen Fensterflächen und sorgfältig ausgewählten Materialien. Das natürliche Licht, die Kontraste zwischen Schwarz und Weiß und die bewusst reduzierte Raumgestaltung lassen den Möbeln jene Freiheit, die sie brauchen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Was Minotti und die Familie Spätauf seit zwanzig Jahren verbindet, ist letztlich eine Vorstellung von Luxus, die weit über das einzelne Möbelstück hinausgeht. Es geht um Räume, die nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern dem Leben ihrer Bewohner gerecht werden. Um eine Gestaltung, die Architektur und Einrichtung als Einheit begreift und dabei den Menschen nie aus dem Blick verliert.
Fotos © Minotti



