Mehr Schlaf, mehr Bewegung, mehr Verzicht: Die neue Marienkroner Fastenumfrage zeichnet ein klares Bild
Wie fastet Österreich – und welche Rolle spielen Gesundheit, Verzicht und wirtschaftliche Rahmenbedingungen dabei? Antworten darauf liefert die aktuelle „Marienkroner Fastenumfrage“, die bereits zum siebten Mal in Folge vom burgenländischen Retreat & Health Resort Marienkron durchgeführt wurde.

Gesundheit bleibt auch 2026 ein zentrales Thema. An der Spitze der Vorsätze stehen ausreichend Schlaf (44,3 Prozent), mehr Bewegung (41,1 Prozent) und eine gesündere beziehungsweise bewusstere Ernährung (40,8 Prozent). Auch mehr Zeit in der Natur und Stressreduktion werden häufig genannt. Bemerkenswert ist, dass mehr als ein Viertel der Befragten regelmäßige Gesundheitschecks plant, während nur 14,2 Prozent angeben, keinerlei Vorsätze im Bereich Gesundheit und Ernährung zu haben. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass Regeneration, Schlaf und ein ausgewogener Lebensstil weiter an Bedeutung gewinnen. Viele Menschen erkennen, dass nachhaltige Gesundheit nicht allein über Leistung, sondern über Balance entsteht“, erklärt die ärztliche Leiterin von Marienkron, Dr. Ulrike Göschl.
Fasten ist dabei längst mehr als ein saisonaler Trend. 32,6 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben 2025 gefastet, fast jede zweite Person plant für 2026 wieder bewussten Verzicht – sei es in Form einzelner Fastentage, Intervallfasten oder einer mehrtägigen Kur. Besonders hoch ist die Bereitschaft unter jenen, die bereits positive Erfahrungen gesammelt haben: Über 90 Prozent dieser Gruppe möchten auch im kommenden Jahr erneut fasten. Gleichzeitig zeigt sich, dass rund ein Viertel der bisherigen Nicht-Fastenden einen ersten Versuch plant.


Die Motive sind vielfältig, aber klar gewichtet: 39,3 Prozent nennen Reinigung und Entgiftung als Hauptgrund, 37,9 Prozent wollen abnehmen, 34,5 Prozent streben nach mehr allgemeinem Wohlbefinden. Auch Gesundheitsvorsorge, das Durchbrechen schlechter Gewohnheiten und die Stärkung des Immunsystems spielen eine Rolle. Im Rahmen einer Fastentagung in Marienkron verwies Prof. Andreas Michalsen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf Studien, die positive Effekte wie die Aktivierung der Autophagie, die Senkung von Entzündungswerten und metabolische Entlastung belegen. Entscheidend sei allerdings die nachhaltige Ernährungsumstellung nach dem Fasten – idealerweise pflanzenbetont und ballaststoffreich.
Am bekanntesten bleibt das Intervallfasten in der 16:8-Variante: 62,2 Prozent kennen diese Methode, 34,1 Prozent haben sie bereits ausprobiert. Dahinter folgen Suppen- und Saftfasten. Der Erfolg des Intervallfastens liegt vor allem in seiner Alltagstauglichkeit – es erfordert keinen vollständigen Nahrungsverzicht und lässt sich flexibel in den Lebensrhythmus integrieren.
Trotz des Trends fasten rund zwei Drittel der Befragten nicht. Die häufigsten Gründe sind fehlendes Interesse, Zweifel am persönlichen Nutzen und mangelnde Motivation. Auch der Verzicht auf Genuss schreckt viele ab. Dennoch kann sich fast jede zweite Person grundsätzlich eine mehrtägige Fastenkur vorstellen – vorausgesetzt, die Speisen schmecken und es bleibt genügend Zeit, um Abstand vom Alltag zu gewinnen. Die durchschnittliche Dauer solcher Kuren lag 2025 bei sieben Tagen.
Neben dem Fasten beleuchtet die Studie auch Ernährungsgewohnheiten und Diättrends. Mischkost dominiert weiterhin, wobei die Mehrheit angibt, wenig Fleisch zu konsumieren. 5,4 Prozent leben vegetarisch oder vegan. Jede zweite Person hat bereits versucht, mithilfe einer Diät abzunehmen – am häufigsten mit der „Iss-die-Hälfte“-Methode, gefolgt von Low-Carb-Ansätzen. Der Jo-Jo-Effekt ist nahezu allen bekannt und wurde vielfach selbst erlebt.
Die anhaltende Teuerung wirkt sich jedoch zunehmend auf das Ernährungsverhalten aus. 27,5 Prozent sparen bei teuren gesunden Lebensmitteln, 20 Prozent schränken sich beim Kauf von Bio-Produkten ein. Gesundheitliche Ambitionen stehen damit in einem Spannungsfeld zwischen Bewusstsein und Budget.
Auch Nahrungsergänzungsmittel bleiben Thema: 14,5 Prozent planen 2026 deren Einnahme. Wichtigste Informationsquellen sind Ärzte sowie Apotheken, eingekauft wird bevorzugt online. Die Umfrage zeigt insgesamt ein klares Bild: Österreich denkt Gesundheit ganzheitlicher – mit mehr Fokus auf Schlaf, Bewegung und bewusste Ernährung. Fasten hat sich dabei als fester Bestandteil im Gesundheitsbewusstsein etabliert, nicht als kurzfristiger Trend, sondern als Instrument für Prävention, Gewichtsmanagement und persönliche Regeneration.




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