Mailand zieht an den Strand
Mit dem Marechiaro übernimmt das Da Giacomo erstmals einen eigenen Strandclub. Dass die Wahl auf den mondänen Badeort Forte dei Marmi fiel, ist kein Zufall.

Das Mailänder Traditionsrestaurant Da Giacomo führt mit dem Marechiaro erstmals einen eigenen Beach Club.
Forte dei Marmi zieht wieder die Aufmerksamkeit großer Namen auf sich. Prada hat das traditionsreiche Caffè Principe wiederbelebt, Giorgio Armani die historische La Capannina di Franceschi übernommen. Seit Juni gehört auch Da Giacomo dazu: Das Mailänder Restaurant führt den Strandclub Marechiaro und ist damit zum ersten Mal mit einem eigenen Beach Club vertreten. Dass ausgerechnet Forte dei Marmi dafür gewählt wurde, hat Tradition. Bereits 1929 eröffnete mit der La Capannina di Franceschi einer der berühmtesten Nachtclubs Italiens. Was als kleine Strandhütte begann, wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Forte dei Marmi, von seinen Stammgästen schlicht „Forte“ genannt, etablierte sich als Sommeradresse italienischer Unternehmer, Künstler und Kreativer. Die Popsängerin Patty Pravo und der Industrielle Gianni Agnelli gehörten ebenso zum Bild des Ortes wie Giorgio Armani, der hier seinen späteren Lebens- und Geschäftspartner Sergio Galeotti kennenlernte.




Ein Teil dieser Geschichte ist auch das Marechiaro. Der 1913 gegründete Strandclub zählt zu den ältesten der Versilia und wurde durch Carlo Vanzinas Kultfilm Sapore di Mare von 1983 berühmt. Wer den Film kennt, erinnert sich weniger an eine Handlung als an ein Lebensgefühl: endlose Strandtage, erste Lieben und die Gewissheit, dass der Sommer irgendwann endet, auch wenn man das als Jugendlicher noch nicht glauben wollte.
Fabrizio Casiraghi gestaltet das Marechiaro neu
Dass das Da Giacomo ausgerechnet hier seinen ersten Beach Club eröffnet, macht Sinn. Zwischen Mailand und Forte dei Marmi bestehen seit Jahrzehnten enge Verbindungen. Viele Gäste des Restaurants verbringen ihre Sommer an der toskanischen Küste. Nun treffen zwei Institutionen aufeinander, die beide für eine sehr italienische Vorstellung von Gastlichkeit stehen.
Der Mailänder Architekt Fabrizio Casiraghi hat den historischen Strandclub neu gestaltet, ohne seine Geschichte zu überdecken. Helle Hölzer, Terrazzo und Messing treffen auf die erhaltenen Strandkabinen, vieles wirkt neu, vieles ist geblieben. Auch die Küche folgt diesem Gedanken. Die bekannten Klassiker von Da Giacomo bleiben erhalten: vom Tartare di gamberi rossi bis zur Pizzetta Giacomo mit Tomaten, Mozzarella und Sardellen. Neu ist die Rubrik „Brace“, in der Gerichte aus dem Josper-Grill zusammengeführt werden: Fiorentina und Chateaubriand stehen dort neben Pulpo, Hummer und Steinbutt. Auch Gemüse bekommt seinen Platz auf dem Grill: Spargel mit Büffelmozzarella und Zitronensauce, Süßkartoffeln mit Blue Cheese, Walnüssen und scharfem Honig oder Melanzanie mit Babaganoush und knusprigem Fladenbrot. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Fotos: Letizia Cigliutti/Courtesy of Giacomo Milano
