Louis Vuitton verlängert den Sommer

Was trägt man, wenn die Ferien vorbei sind, der Sommer aber noch bleibt? Louis Vuitton hat darauf eine Antwort: leichte Stoffe, sportliche Silhouetten und ein paar ziemlich aufwendige Taschen.

Von Yasmin El Mohandes
Drei Models in sommerlicher Louis Vuitton Kleidung vor blauem Himmel. Links ein gestreiftes T-Shirt mit einer Raffia-Schultertasche, mittig und rechts blaue Denim-Schößchen-Tops mit Flower-Minigram-Muster.

Ende August ist der Sommer noch lange nicht vorbei. Aber er fühlt sich schon ein wenig anders an. Die großen Ferien sind vorbei, die Koffer wieder ausgepackt, und irgendwo liegt bereits eine Jacke, die man eigentlich noch nicht brauchen möchte. Trotzdem sind die Abende noch warm, die Tage noch hell, und niemand denkt schon ernsthaft an den Herbst.

Für genau diesen Sommermoment hat Louis Vuitton eine High Summer Kollektion zusammengestellt. Sie beschäftigt sich weniger mit der Frage, was man am ersten Urlaubstag trägt. Dafür ist es zu spät. Interessanter ist, was man anzieht, wenn man eigentlich noch nicht zurück in den Alltag möchte.

Raffia ist dafür ein gutes Beispiel. Kaum ein Material steht so zuverlässig für Sommer. Louis Vuitton übersetzt seine natürliche Anmutung in einen langen Rock mit feinen „Ladder Stitch“-Details, der aus einem gehäkelten Baumwollband gefertigt ist. Er erinnert an den Strand, ohne darauf festgelegt zu sein. Eine Jacke aus Raffia-inspiriertem Tweed mit weißen Paspeln und ein passender Wickel-Minirock bringen dieselbe Idee in die Stadt.

Das ist überhaupt das Interessante an der Kollektion: Es geht weniger um Urlaub als um das Gefühl, das davon übrig bleibt. Der ultraleichte Denim etwa bekommt mit dem „Flower Minigram“-Muster eine kleine Version der Monogram-Blüte. Ein Schößchen-Top, Shorts und eine Windjacke tragen das Muster. Sportlich, leicht, ein bisschen verspielt. Kleidung für Tage zwischen Stadt, Sport und Sommer.

Das gilt auch für die „Baby Stripes“. Gestreifter Jersey, ein kurzes T-Shirt, Mini-Shorts, ein Poloshirt. Es sind die Codes einer Sportgarderobe, allerdings ohne den Ehrgeiz, tatsächlich Leistungssport zu betreiben. Dazu passt ein gehäkelter Bucket Hat mit schwarzen Streifen. Man könnte damit auf den Tennisplatz gehen. Man könnte aber genauso gut einfach behaupten, man komme gerade von dort.

Und dann ist da noch Paris. Auf Seide. „Promenade Parisienne“ heißt die Serie, auf der Pariser Straßen und Boulevards skizzenhaft auf beidseitig tragbarer Seide erscheinen, in Pink und Tangerine, Sand und Terrakotta, Marineblau und Denim.

Bei den Taschen wird es aufwendiger. Die Capucines Flowergram gibt es in Mintgrün, Fuchsia und Iris-Lila. Die Low Key Hobo aus gelb-blau gestreiftem Canvas erinnert an einen Liegestuhl, die Side Trunk verbindet Leder mit Monogram-Canvas. Bei den Capucines zeigt Louis Vuitton dann, was die Ateliers können: Die „Barcelona City Tour“ greift die Mosaike des Parc Güell mit Stickerei und Handbemalung auf, die „Wild Roses“ schmückt sich mit Tüllblüten, Glitzer und Pailletten.

Das spektakulärste Stück ist allerdings keine Tasche, sondern ein Koffer. Der Louis Boat Trunk ist eine Miniatur von „The Louis“ in Shanghai, jener Architektur in Form eines Ozeandampfers. Er besteht aus Canvas, Leder und Holz und hat einen silberfarbenen Anker. Wer daran zieht, hebt das Deck an und legt Fächer für Uhren, Ringe und andere kleine Dinge frei. Ein Koffer, der auch dann noch vom Reisen erzählt, wenn man längst wieder zu Hause ist.

© Fotos: Louis Vuitton

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