Jeff Koons bläst die Zeit auf

Ballonschwanz, Ballonkrone und ein kleiner Hund am Sekundenzeiger: Hublot macht aus Jeff Koons’ berühmtem Balloon Dog eine Uhr, deren verspieltes Äusseres über eine ziemlich komplexe Konstruktion hinwegtäuscht.

Von Yasmin El Mohandes

Was passiert, wenn man eine Uhr aufblasen könnte? Hublot und Jeff Koons haben sich diese Frage offenbar ziemlich genau gestellt. Das Ergebnis sieht weniger nach einer klassischen Armbanduhr aus als nach einem Objekt, das gerade erst seine endgültige Form angenommen hat. Die „Classic Fusion Balloon Dog by Jeff Koons“ übernimmt die Formensprache von Koons’ berühmtem Ballonhund und zieht sie konsequent durch das gesamte Gehäuse. Die 42 Millimeter wirken durch die Wölbungen noch voluminöser, das Saphirglas steht rund über dem Zifferblatt, die Schrauben tragen gewölbte Köpfe. Sogar die Krone wurde zum Detail der Skulptur: Sie erinnert an das Füllventil eines Ballons. Ein Detail verrät besonders schön, wie weit Hublot das Motiv treibt: Bei 10.30 Uhr ragt ein kleiner, flexibler „Ballonschwanz“ aus dem Gehäuse. Der Balloon Dog taucht ein zweites Mal am Sekundenzeiger auf, wo seine Silhouette als Gegengewicht dient.

Koons’ Ausgangspunkt ist ein Objekt, das kaum einen Anspruch auf Dauerhaftigkeit hat. Ein Ballontier entsteht innerhalb weniger Sekunden und kann ebenso schnell wieder verschwinden. Sein „Balloon Dog“ aus der Serie „Celebration“ macht daraus das Gegenteil: eine monumentale, präzise gefertigte Skulptur. Genau diese Spannung interessiert auch Hublot. Technisch war das eine deutlich kompliziertere Aufgabe, als es die verspielte Oberfläche vermuten lässt. Die klassische, eher flache Architektur der „Classic Fusion“ musste neu gedacht werden, damit der Eindruck von aufgeblähtem Volumen entsteht. Nach der Bearbeitung auf einer 5-Achsen-CNC werden die einzelnen Komponenten von Hand veredelt. Selbst das Automatikkaliber HUB1710 macht bei der Inszenierung mit. Seine Schwungmasse wurde so gestaltet, dass auch sie wie aufgeblasen wirkt. Das Werk ist 3,7 Millimeter hoch, besteht aus 185 Teilen und läuft mit einer Frequenz von 4 Hertz. Drei Ausführungen gibt es: Edelstahl, rotes Aluminium und blaues Aluminium. Jede Version ist auf 200 Stück limitiert. Der Preis liegt bei 24.600 Euro.

© Fotos: Hublot

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