Forschung und Familie

Drei Generationen, ein Vorarlberger Unternehmen und die Weitergabe von Wissen: Barbara Sandner-Troll führt Troll Cosmetics zwischen Forschung und Unternehmertum. Sophie’s Garden steht für diesen Weg.

Von Yasmin El Mohandes
Geöffneter weißer Porzellantiegel der Crème Phyto Cellulaire von Sophie's Garden mit hellgrüner Textur und goldenem Schriftzug auf dem Deckel vor weißem Hintergrund.

© Foto: Sophie’s Garden

In der Kosmetik wird oft über Jugend gesprochen, über Zeit dagegen selten. Dabei ist Zeit die eigentliche Währung dieser Branche: Sie zeigt sich im Spiegel, in Erfahrungen, in Entscheidungen – und manchmal auch in Familiengeschichten. Bei Troll Cosmetics in Lustenau lässt sich diese Geschichte über drei Generationen erzählen. Im Mittelpunkt steht Bar­bara Sandner-Troll; sie führt das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Vater Karl J. Troll. Ihre Tochter Sophie gab der jüngsten Marke des Hauses ihren Namen: Sophie’s Garden ist damit
weit mehr als eine neue Pflegelinie. Die Marke erzählt von einem Familienunternehmen, in dem Wissen weitergegeben wird, ohne stehen zu bleiben.

Barbara Sandner-Troll spricht über Märkte, Marken und Forschung; vor allem aber über Entwicklung. Ihr Weg führte ­zunächst nicht direkt ins Familienunternehmen: Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie bei Wolford, eröffnete die erste Niederlassung in Frankreich und bewegte sich in der inter­nationalen Modewelt. Später wechselte sie in den Betrieb ihres Vaters. Dort begann sie nicht oben, sondern lernte die Branche von Grund auf kennen. Die Jahre außerhalb des Familienunternehmens prägen ihren Blick bis heute. Vielleicht erklärt das auch, warum Sophie’s Garden weniger als Produkt und mehr als Projekt verstanden werden kann. Die Marke entstand nicht aus einer kurzfristigen Marktidee, sie entwickelte sich über Jahre. Forschung stand am Anfang, nicht Verpackung oder Positionierung.

Barbara Sandner-Troll führt das Unternehmen Troll Cosmetics gemeinsam mit ihrem Vater Karl J. Troll in Lustenau, Vorarlberg.

Eine zentrale Rolle spielt dabei Prof. Dr. Sven Gohla. Der Pharmakologe und Biotechnologe arbeitet seit vielen Jahren an den Mechanismen biologischer Alterung. Seine Über­zeugung lautet: Alterung beginnt nicht dort, wo sie sichtbar wird – sie beginnt früher. Für Sophie’s Garden entwickelte Gohla gemeinsam mit seinem Team den Cell Conductor Complex. Ausgangspunkt war die Frage, wie Zellen ihre Leistungsfähigkeit möglichst lange erhalten können. Im Zentrum steht dabei ein Wirkstoff namens Funarine, gewonnen aus einem Schweizer Hochalpenmoos. Die Forschung beschäftigt sich mit den Kommunikationswegen innerhalb der Zelle und der Rolle des Zellkerns bei Alterungsprozessen. Es geht um biologische Funktionen, nicht um kosmetische Effekte an der Oberfläche. „Longevity bedeutet dermatologisch gesehen nicht, die Zeit aufzuhalten, sondern die biologische Leistungs­fähigkeit der Haut möglichst lange zu erhalten“, sagt Gohla.

Dass eine mittelständische Firma aus Vorarlberg solche Forschungsprojekte verfolgt, hat auch mit Karl J. Troll zu tun. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung moderner Kosmetik verbunden: Jahrzehntelang arbeitete er beim Sonnenschutzpionier Piz Buin, später übernahm er die Marke Declaré und machte daraus den Ausgangspunkt eines Unternehmens, das heute international tätig ist. Es folgten Juvena und Marlies Möller; Marken, die in vielen Ländern bekannt sind, während der Name Troll Cosmetics selbst für viele Konsumenten im Hintergrund bleibt. Karl J. Troll gehört zu jener Unternehmergeneration, die Wachstum nicht als Selbstzweck versteht: Wer mit ihm spricht, hört von Beharrlichkeit und langen Wegen. Große Dinge müsse man Schritt für Schritt entwickeln, sagt er. Aus dieser Haltung entstand ein Unternehmen, das heute weit über Vorarlberg hinaus tätig ist. Troll Cosmetics vertreibt seine Marken in Dutzenden Ländern, bleibt aber ein Familienbetrieb. Während viele Kosmetikunternehmen Teil internationaler Konzerne wurden, ist das Haus in Lustenau unabhängig geblieben. Entscheidungen werden hier nicht für das nächste Quartal getroffen, sondern mit Blick auf die kommenden Jahre.

Sophie’s Garden ist die jüngste Marke von Troll Cosmetics und wurde gemeinsam mit
Sven Gohla entwickelt.

Sophie’s Garden ist die jüngste Marke von Troll Cosmetics und wurde gemeinsam mit
Sven Gohla entwickelt.

Die Brücke zur dritten Generation heißt Sophie. Die Tochter von Barbara Sandner-Troll arbeitet als Molekularbiologin und Neurowissenschaftlerin in Basel. Sie steht nicht für Marketing oder Markenführung, sondern für die wissenschaftliche Seite der Familie. Dass die Linie ihren Namen trägt, ist kein Zufall – für Barbara Sandner-Troll ist das mehr als Symbolik: Der Vater baute das Unternehmen auf, sie führte es in internationale Märkte; mit Sophie wird die nächste Familienlinie sichtbar. Und mit ihr wird deutlich, dass diese Erzählung noch nicht zu Ende ist. Vielleicht erklärt das die besondere Stellung von Sophie’s Garden im Portfolio. Während Declaré, Juvena und Marlies Möller von ihrer Herkunft leben, beschäftigt sich Sophie’s Garden mit dem, was als Nächstes kommt. Das ist die eigentliche Geschichte von Sophie’s Garden: Nicht die Suche nach ewiger Jugend, sondern die Weitergabe von Wissen – von Karl J. Troll an Barbara Sandner-Troll, von Barbara Sandner-Troll an Sophie …

© Fotos: Sophie’s Garden

Newsletter Anmeldung

* Angaben erforderlich

Erlaubnis zum Newsletter-Versand

DIVA wird die Information, die Sie in diesem Formular angeben, dazu verwenden, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben und Ihnen Neuigkeiten zu übermitteln.

Indem Sie unten auf „Abonnieren“ klicken, bestätigen Sie, dass Ihre Informationen zur Verarbeitung an unseren Newsletter Partner übermittelt werden. Weitere Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung.