Flatternde Anmut

Seit mehr als 100 Jahren beflügelt der Schmetterling Van Cleef & Arpels, so wie Blumen den Frühling ankündigen. Jetzt landet er in der „Lucky Spring“-Kollektion auf Gelbgold und Edelsteinen.

Von Yasmin El Mohandes
Schmetterlingsflügel aus Gold: Ring und Armband der Lucky Spring-Kollektion

Foto: Van Cleef & Arpels

Frühling ist kein Datum – er ist ein Zustand: Ein bestimmtes Licht gegen 17 Uhr, ein sanfter Hauch von Wärme auf der Haut; dieses kaum in Worte zu fassende Bedürfnis nach Farbe, nach Bewegung, nach Neubeginn. Er ist ein Versprechen von Licht, von Leichtigkeit, von einer Schwerelosigkeit, die sich nicht erklären lässt, sondern sich einfach einstellt. „Lucky Spring“ von Van Cleef & Arpels macht dieses Gefühl in Schmuck sichtbar. Maiglöckchen, Marienkäfer und nun auch der Schmetterling: Motive, die man aus botanischen Zeichnungen kennt, die hier aber als Choreografie wirken, wie auf einer Bühne aus Gelbgold und Schmuckstein. 

Der Schmetterling erzählt die eigentliche Geschichte. Seit 1906 taucht er in den Archiven der Maison auf, zunächst naturalistisch, später stilisiert, dann wieder opulenter. In den 1960er-Jahren saß er auf Clips aus Gelb- und Weißgold, begleitet von Türkisen und Diamanten, fast grafisch reduziert. In den 1970er-Jahren wurde er freier: längere Ketten, beweglichere Formen, ein Hauch von Gegenkultur in luxuriöser Übersetzung. Mit dem Mystery Set, jener Technik, bei der Edelsteine ohne sichtbare Fassungen aneinandergesetzt werden, erhielten seine Flügel eine fast textile Weichheit – samtig, aber hart; zart, aber konstruiert.

Im Abbild der Natur

In „Lucky Spring“ wirkt der Falter jetzt kontrolliert, präzise, beinahe kuratiert. Auf der langen Halskette erscheint er dreimal, leicht versetzt, nicht symmetrisch – ein kalkulierter Bruch. Lapislazuli bringt ein sattes, königliches Blau ins Spiel, während blauer und grüner Achat die Natur nicht abbilden, sondern stilisieren. Perlmutt fügt ein irisierendes Flackern hinzu, das mit jedem Schritt changiert. Das Gold ist nicht Beiwerk, sondern Lichtquelle, reflektiert und lenkt den Blick, als ­wollte es die Szene selbst inszenieren. 

Der Zweifinger-Ring bildet das Herzstück der Kollektion. Zwei Finger, eine Komposition: Pflaumenblüte, Maiglöckchenknospe, dazwischen der Schmetterling, die Flügel leicht geöffnet, als wollte er jeden Moment davonfliegen. Unterschiedliche Ebenen erzeugen Schatten, Tiefe und Bewegung. Dreht man die Hand, verschiebt sich das Bild: Lapislazuli wirkt plötzlich dunkler, Perlmutt heller, das Gold wärmer. Der Ring verwandelt die Geste der Trägerin in ein kleines Schauspiel, das sich mit jedem Blick verändert. 

Van Cleef & Arpels Lucky Spring Ring und Armband aus Gelbgold mit Schmetterlingsmotiven und Edelsteinen

Foto: Van Cleef & Arpels

Die Uhr „Lady Lucky Spring Butterfly“ führt diese Inszenierung weiter – allerdings auf einer anderen Bühne: der Zeit. Zwei emaillierte Schmetterlinge bewegen sich über das Zifferblatt, der eine mit geöffneten, der andere mit geschlossenen Flügeln. Retrograde Minutenanzeige, springende Stunde – und die Zeit selbst wird zu einer Choreografie. Bei jeder vollen Stunde kehrt der Falter in seine Ausgangsposition zurück; bereit, erneut zu fliegen. Guillochiertes Perlmutt, Emaille, Diamanten: Jedes Detail ist mit Präzision gestaltet. Die Rückseite ist graviert, Blattwerk und Emaille setzen das Bild fort, selbst an Stellen, die selten sichtbar sind.

Historische Referenzen werden in „Lucky Spring“ nicht zitiert, sondern absorbiert. Die formale Strenge der Sechziger, die Beweglichkeit der Siebziger, das handwerkliche Selbst­bewusstsein der Haute Joaillerie – alles fließt ein.  Die Kollektion wirkt dadurch weniger wie eine Saisonkollektion als wie ein Kapitel innerhalb einer langen ästhetischen Erzählung.

Beim Anlegen von Ring, Halskette oder Uhr passiert etwas Eigenartiges: Das Motiv bleibt zwar klein, beansprucht aber Raum. Es ist präsent, ohne laut zu sein – vielleicht, weil Frühling nie nur Dekor ist; sondern ein Versprechen …

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