Birkenstock im Ballerina-Look

Mit Repetto holt sich Birkenstock eine der traditionsreichsten Schuhmarken Frankreichs an Bord. Die gemeinsame Capsule Collection verbindet die Geschichte des Ballerinas mit einer Marke, die längst ihren Platz in der Luxusmode gefunden hat.

Von Yasmin El Mohandes

Der Ballerina ist seit einigen Saisonen zurück. Mit ihm wächst auch das Interesse an Marken, die seine Geschichte geprägt haben. Dazu gehört Repetto. Das Pariser Traditionshaus wurde 1947 von Rose Repetto gegründet, die ihre ersten Tanzschuhe für ihren Sohn, den Choreografen Roland Petit, entwickelte. Internationale Bekanntheit erlangte die Marke 1956, als Brigitte Bardot für den Film „Und immer lockt das Weib“ einen besonders weichen Ballerina wünschte. Repetto entwarf daraufhin das Modell „Cendrillon“, das bis heute zu den bekanntesten Schuhen des Hauses zählt und den Ballerina weit über die Welt des Tanzes hinaus zu einem Modeklassiker machte. Bis heute fertigt Repetto Tanzschuhe für renommierte Ballettkompanien und verbindet traditionelles Schuhhandwerk mit französischer Eleganz.

Während Repetto seinem Erbe treu geblieben ist, hat Birkenstock in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Imagewandel vollzogen. Aus der funktionalen Sandale mit anatomischem Korkfußbett ist eine feste Größe der internationalen Luxusmode geworden. Mit der 1774-Linie öffnete sich das deutsche Traditionsunternehmen gezielt für Designer und Modehäuser. Kooperationen mit Dior, Manolo Blahnik, Jil Sander, Valentino, Rick Owens oder Tekla haben Birkenstock endgültig in der High Fashion etabliert. Heute gehören die Sandalen ebenso selbstverständlich zu internationalen Editorials und Laufstegen wie zur Alltagsgarderobe. Vor diesem Hintergrund überrascht auch die Zusammenarbeit mit Repetto kaum. Hinter den Kulissen von Opern- und Ballettensembles begegnen sich beide Marken schließlich schon seit Jahren. Nach den Proben werden die Spitzenschuhe ausgezogen, viele Tänzerinnen schlüpfen anschließend in Birkenstocks.

Was dort längst zum Alltag gehört, bildet den Ausgangspunkt der ersten gemeinsamen Capsule Collection. Die Entwürfe setzen auf charakteristischen Codes beider Häuser statt auf plakative Effekte. Die „Arizona“ erscheint mit übergroßen Rundschnallen und bleibt in ihrer Silhouette dem Original treu. Die „Scala“ nimmt mit ihrer runden Schuhspitze, den schmalen Riemen und einer feinen Schleife Anleihen am klassischen Ballettschuh. Am deutlichsten fällt die Referenz beim "Opéra Sabot“ aus: Lange Schnürbänder werden um den Knöchel gewickelt und erinnern an die Bänder von Spitzenschuhen, ohne deren Konstruktion direkt zu übernehmen. Auch die Farbpalette orientiert sich an der Geschichte von Repetto. Puderrosa, Lackrot und Schwarz gehören seit Jahrzehnten zu den typischen Farben des Hauses. Im Fußbett findet sich zudem das Vichy-Karo wieder, ein Detail, das Repetto seit Langem begleitet und der Kollektion eine weitere Referenz an die Pariser Marke verleiht.

Fotos: Birkenstock

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